Streit um Kunstschneezusatz: Seefelder Bergbahnen lenken ein

Nach einem Treffen mit der Tiroler Regierungsspitze ist der Einsatz des umstrittenen Bakterienzusatzes für die Beschneiung in Seefeld vorerst vom Tisch.

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Innsbruck – Die Seefelder Bergbahnen werden vorerst keinen Feldversuch mit dem umstrittenen Zusatzstoff „Snomax“ für die Kunstschneeerzeugung starten. Das wurde am Donnerstagvormittag zwischen dem Seefelder Bürgermeister Werner Frießer, LH Günther Platter und LH-Stv. Josef Geisler vereinbart.

„Nach der rechtlichen Abklärung durch das Landesverwaltungsgericht wäre ein Einsatz von Zusatzmitteln zwar theoretisch möglich, unsererseits ist dieser aber nicht geplant. Wir werden auch in Zukunft auf die Beimischung von Zusatzmitteln bei der Schneeerzeugung verzichten“, sagte Seefelds Bürgermeister Frießer via Ausendung.

Stattdessen sei vereinbart worden, dass Seefeld in Zukunft eng mit dem von der Tiroler Landesregierung im Rahmen des Lebensraum 4.0 unterstützten Schneezentrums zusammenarbeitet. „Schneesicherheit wird in Zukunft ein entscheidendes Kriterium für die Olympiaregion Seefeld sein. Vom gegenseitigen Know-How können sowohl wir, als auch das Schneezentrum profitieren“, so Frießer.

Scharfe Kritik von Hörl

Zuvor waren in der Causa die Wogen hochgegangen. VP-Nationalrat Franz Hörl hatte gar Seefeld als Austragungsort für die Nordische Ski-WM infrage gestellt. Der Seilbahnsprecher hatte erklärt, es gehe nicht um einen Einzelfall, sondern um einen fahrlässigen Umgang mit dem hart erarbeiteten Ruf als nachhaltige und verantwortungsbewusste Branche. „Sowohl bei der Bevölkerung als auch bei unseren Gästen.“

Auch für LH Platter sind bakterielle Zusätze bei der Beschneiung tabu. „Wir werden bei der Gesetzgebung prüfen, welche Riegel wir künstlichen Zusatzstoffen vorschieben können.“ Für die Tiroler Böden komme in der Beschneiung nur Trinkwasserqualität in Frage. Einen Förderstopp für Vorhaben in Tiroler Skigebieten, die beim Kunstschnee Zusätze verwenden, hat Platter bereits angekündigt. Der Zusatz „Snomax“ enthält abgetötete Bakterien. (pn)


Kommentieren


Schlagworte