Begegnungszone ist umstritten

Die Vergabe der Planungsaufträge in der unteren Achenseestraße in Jenbach wurde vertagt. Ebenso der Beschluss zur Parkraumüberwachung, wonach Parksünder ab Oktober gestraft werden sollen.

© Walter Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Jenbach – Nicht zum ersten Mal war die Gestaltung der unteren Achenseestraße Tagesordnungspunkt im Jenbacher Gemeinderat. „Das ist schon seit dem Jahr 2012 ein Thema. Wir haben das alles auch mit Öffentlichkeitsbeteiligung gemacht“, zeigte BM Dietmar Wallner (VP) den langen Weg auf. Der Planungsauftrag sollte nach letztem Stand an jenes Innsbrucker Büro, das den Architektenwettbewerb gewonnen hatte, vergeben werden. 123.000 Euro an Kosten standen dabei im Raum, die Realisierung des Projektes wurde mit 2,2 Millionen Euro beziffert. Zurück zum Start scheint es jetzt aber wieder zu heißen, nachdem im Gemeinderat Für und Wider heftig diskutiert wurden – auf eine Abstimmung wurde verzichtet. Um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, soll es nun eine weitere Arbeitssitzung geben.

„Das Siegerprojekt entspricht nicht den Wünschen der Kaufleute. Die wollen keine Fußgängerzone“, meinte GR Barbara Wildauer (fraktionslos), während BM Wallner von einer Begegnungszone sprach. Angedacht war laut Projekt ein einheitliches Niveau von Fahrbahn und Gehsteig. „Auf der linken Seite der Einbahnstraße kommt kein einziger Parkplatz weg. Es gibt keinen Eingriff in Privateigentum“, versicherte der Gemeindechef. Auch auf die Kasbachverbauung werde man nicht warten können, da in den nächsten Jahren die Verbauung vom Inn bis zum Museumsbereich vorrangig sei. „Wir müssen der Wirtschaft ihren Platz geben – und da braucht es Personenfrequenz“, war der Tenor. „Jede Veränderung bringt Ängste und Ablehnung. Unsere Aufgabe ist es aber weiterzuentwickeln. Da braucht es Mut zur Entscheidung“, so die Sichtweise von GR Reinhard Macht (VP), während GR Daniela Heiss (SP) für eine weitere Arbeitssitzung plädierte. Und die soll es in den nächsten Wochen geben.

Nachträglich in die Tagesordnung sollte dann die Überwachung der Parkplätze ab Oktober durch eine Sicherheitsfirma aufgenommen werden. 40 Stunden pro Monat sind angedacht. Dabei kämen 1200 bis 1400 Euro an Kosten auf die Gemeinde zu. Weil nur zwölf von 19 Gemeinderäten für die kurzfristige Aufnahme dieses Punktes plädierten, soll der Antrag nun in der nächsten Sitzung behandelt werden. „Das Problem sind die Dauerparker“, brachte es Gemeinderat Wolfgang Wittner (FP) auf den Punkt. Jenbach sei eine der wenigen Gemeinden, in denen bisher Parken gebührenfrei sei, unterstrich Wallner. Es gehe in erster Linie um die Einhaltung der Parkzeiten, setzte Wittner nach. „Wir wollen sicher nicht mit Gebrüll auf die Bevölkerung losgehen“, sagte schließlich der Gemeindechef.

Positiv stand das Plenum den Plänen von GR Reinhard Macht in Sachen Integrationsstelle, die von einem Wörgler Verein geleitet werden soll, und einer Mitfahrbank für Leute in jenen Gebieten, die nicht von Öffis abgedeckt werden, gegenüber.


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