Opposition in Jenbach legt sich quer bei Toleranz-Areal

Dass das Parkhaus am Bahnhof nur nach Widmung des Toleranz-Areals für bis zu 200 Wohnungen kommt, sorgte für Dispute im Gemeinderat.

SP-Gemeindevorstand Daniela Heiss zeigt, wie das Toleranz-Areal bebaut werden soll, inkl. Situierung des Parkhauses. Sie plädiert dafür, das Parkhaus nun doch, wie einst geplant, im Süden (Hintergrund) zu errichten.
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Von Angela Dähling

Jenbach –Es geht um Tausende Pendler auf der einen Seite und Millionen Euro Widmungsgewinne auf der anderen Seite. Die Rede ist vom seit Jahren geplanten Parkhaus am Jenbacher Bahnhof und einer Baulandwidmung von rund zwei Hektar Freiland im angrenzenden Toleranz-Areal für die Errichtung von bis zu 200 Wohnungen.

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtete, sollte die Widmung sowie der Bebauungsplan in der Gemeinderatssitzung am 13. August beschlossen werden. Doch dann schien der Tagesordnungspunkt nicht auf. „Weil noch einige Unterlagen fehlen“, erklärte Bürgermeister Dietmar Wallner den Mandataren bei der Sitzung. Diese ließen das Thema aber dennoch nicht ruhen. Denn einige fühlten sich unzureichend vom Gemeindechef informiert – man kenne weder den Verhandlungsstand noch Vertragsentwürfe oder aktuelle Kostenschätzungen. „Wir müssen aus der Tageszeitung erfahren, was da alles geplant ist“, kritisierten unter anderem SP-GV Daniela Heiss und die ehemalige VP-Mandatarin Barbara Wildauer. Ob die Umwidmung Teil der Verhandlungsstrategie sei, wollte FP-GR Norbert Rainer wissen und Heiss fragte den Bürgermeister: „Kommt ohne die Widmung kein Parkhaus?“ „So ist es“, lautete Wallners Antwort, die für einige Gemeinderäte offenbar neu ist.

„Zwei Hektar Freiland für das Parkhaus umwidmen zu müssen, ist ein starkes Stück“, meinte Rainer und Heiss erklärte: „Wir sind für den Parkhaus-Bau. Aber nicht, wenn die Bedingung ist, dass 200 Wohnungen gebaut werden.“ Sie verwies auf infrastrukturelle Probleme. Weder der Kreisverkehr noch Altenheim oder Schulen könnten diese Dimensionen schlucken. Die Schule könne das leicht, Kindergarten und -krippe würden ohnehin neu gebaut, entgegnete Wallner. „Wir haben das Projekt über zwei Perioden vorbereitet und es wird legitim sein, Dinge umzusetzen, die die Gemeinde Jenbach braucht“, entgegnete der Gemeindechef. Man wolle durch die Bebauung am Toleranz-Areal den Bahnhof näher ins Zentrum bringen. Und das sei seit über zwei Jahren beschlossene Sache. Der Beschluss fiel durch den alten Gemeinderat, zwei Wochen vor den Neuwahlen. „Der halbe Gemeinderat ist neu und wir sehen das anders“, meinte Heiss gestern in einer Pressekonferenz. Zudem seien in den letzten Jahren 200 neue Wohnungen in Jenbach entstanden, weitere 200 würden in den nächsten fünf ohnehin noch dazukommen, erklärte sie. Das Parkhaus könne wie einst um 320.000 Euro geplant an der Südseite (bei den Gleisen) sofort umgesetzt werden – ohne weitere Planungen und ohne von einem privaten Grundeigentümer Grund zu brauchen. Dafür plädiere sie nun. „Unser aller Ziel ist der Bau des Parkhauses. Die Umwidmung des Toleranz-Areals ist kein Ziel“, bekräftigt auch GR Wildauer, für die zahlreiche Fragen offen sind.

Insider vermuten, dass trotz Kritik von diversen Fraktionen die Widmung und der Bebauungsplan am Toleranz-Areal demnächst mit Stimmen der ÖVP und FPÖ beschlossen werden wird.


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