Hamas weist Israels Bericht zum „Schwarzen Freitag“ zurück

Gaza (APA/dpa) - Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat einen Bericht der israelischen Armee zu einer der blutigsten Phas...

Gaza (APA/dpa) - Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat einen Bericht der israelischen Armee zu einer der blutigsten Phasen des Gaza-Krieges 2014 zurückgewiesen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte Israel Kriegsverbrechen am sogenannten Schwarzen Freitag vorgeworfen, was die Armee nun bestritt.

Ein Sprecher der Hamas sagte dagegen am Donnerstag: „Das Verbrechen und das Massaker waren sehr eindeutig, weil 70 Zivilisten, alle waren Frauen und Kinder, die nicht gekämpft haben, getötet wurden.“

Das Vorgehen der Armee sei einem klaren militärischen Auftrag gefolgt, nämlich die Entführung eines israelischen Soldaten zu vereiteln sowie Terrororganisationen in dem Gebiet anzugreifen, hieß es in dem Bericht der Armee. Es gebe keine Grundlage für den Vorwurf, die Armee habe nach der Entführung des Soldaten Rache geübt und hemmungslos Waffengewalt eingesetzt.

Im Sommer 2014 hatten Israel und militante Palästinenser 50 Tage lang gegeneinander gekämpft. Am 1. August 2014, einem Freitag, war der israelische Soldat Hadar Goldin während einer Feuerpause von Kämpfern der Hamas nahe der Stadt Rafah im Gazastreifen gefangen genommen worden. Die Armee erklärte ihn später für tot. In den Tagen nach der Entführung beschoss Israel die Region massiv.

Dabei wurden Amnesty zufolge mindestens 135 Zivilisten getötet. Die israelische Armee sprach von bis zu 70 Zivilisten, die unabsichtlich getötet worden seien, sowie von mindestens 42 getöteten militanten Kämpfern.

Der Hamassprecher sagte, Israel weise die Vorwürfe zurück, um einer künftigen Strafverfolgung der israelischen Verantwortlichen beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu entgehen.

Nach Ansicht von Amnesty wollte die israelische Armee damals verhindern, dass die Hamas den entführten Soldaten Goldin in einen anderen Teil des Küstenstreifens bringt. Sie habe deshalb „unverhältnismäßig und unterschiedslos“ angegriffen.


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