Malischer Staatschef Keita gewann Stichwahl um Präsidentenamt

Bamako (APA/dpa/AFP) - Im Krisenstaat Mali ist Präsident Ibrahim Boubacar Keita nach vorläufigen Ergebnissen wiedergewählt worden. Der seit ...

Bamako (APA/dpa/AFP) - Im Krisenstaat Mali ist Präsident Ibrahim Boubacar Keita nach vorläufigen Ergebnissen wiedergewählt worden. Der seit 2013 amtierende Staatschef gewann die Stichwahl vom Sonntag mit 67,17 Prozent der Stimmen, wie der Minister für territoriale Verwaltung, Mohamed Ag Erlaf, am Donnerstag mitteilte. Sein Herausforderer Soumaila Cisse (68) erhielt demnach 32,83 Prozent der Stimmen.

Das endgültige Ergebnis wird vom Verfassungsgericht verkündet. Nach der ersten Wahlrunde am 29. Juli hatte Oppositionsführer Cisse dem Staatschef Wahlbetrug vorgeworfen und das Ergebnis vor dem Verfassungsgericht angefochten. Dies bestätigte jedoch das Ergebnis.

Auch das Ergebnis der Stichwahl will die Opposition nicht anerkennen. Es gebe Hinweise auf Wahlbetrug, hatte der ehemalige Finanzminister Cisse schon vor Bekanntgabe des Ergebnisses von Donnerstag gesagt. Er rief die Malier auf, sich zu „erheben“. Keita wiederum warnte vor „inszeniertem Wahlbetrug“. Die Wahlbeteiligung war mit 34,5 Prozent niedrig.

Keita (73) galt zuvor als Favorit. Er tritt am 4. September seine neue Amtszeit an. Allerdings hat sich die Sicherheitslage in dem westafrikanischen Staat während seiner Amtszeit verschlechtert. Der wüstenhafte Norden des Landes ist das Rückzugsgebiet mehrerer mit Al-Kaida verbundener islamistischer Terrororganisationen. Der Staat ist ein Transitland für Migranten Richtung Europa. Islamisten könnten bei einem Zerfall des Staates ihre Macht festigen - und das nur eine Landesgrenze vom Mittelmeer entfernt.

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Keita muss in den nächsten fünf Jahren das Friedensabkommen von 2015 mit Rebellenmilizen stärken. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hatte im Jänner 2013 militärisch in Mali eingegriffen. Damit wollte sie das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden des Landes stoppen und die geschwächten Regierungstruppen unterstützen. Die UNO hatte im selben Jahr den Einsatz von Blauhelmsoldaten in Mali gestartet. Sie ist mit einer rund 14.000 Mann starke UNO-Truppe präsent.

Dem wiedergewählten Präsidenten stehen auch weitere große Herausforderungen bevor. Mali ist eins der ärmsten Länder der Welt. Fast die Hälfte der Kinder im Volksschulalter - rund 1,2 Millionen - gehen laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF nicht in die Schule.


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