Erdbeben erschüttert erneut Italiens Adriaküste: Kleinere Schäden

Alle Augen sind auf die Brückenkatastrophe in Genua gerichtet - da bebt die Erde 300 Kilometer östlich von Rom. Zunächst gab es keine Berichte über Verletzte oder schwere Schäden.

Symbolfoto.
© dpa/Maurizio Gambarini

Montecilfone – Ein Erdbeben hat am Donnerstagabend die italienische Region Molise südöstlich von Rom erschüttert. Die nationale Erdbebenwarte gab die Stärke mit 5,2 an. Zunächst war in Berichten von keinen Verletzten und nur leichten Schäden zu lesen. Zu spüren war das Beben mit Epizentrum bei Montecilfone in der Provinz Campobasso auch in Rom, Neapel und Bari.

Bislang seien nur Schäden kleinen Ausmaßes wie Risse in Hauswänden festgestellt worden, teilte der Zivilschutz am späten Abend mit. Nach dem Erdstoß gab es mehrere kleine und auch ein stärkeres Nachbeben von 4,5. Das Epizentrum lag dem Zivilschutz zufolge zwischen den Orten Montecilfone, Guglionesi und Palata in der Provinz Campobasso. „Gott sei Dank, dass ich keine Berichte darüber bekomme, dass sich Leute verletzt haben“, sagte Montecilfone Bürgermeister Franco Pallota dem Sender SkyTG24.

Zweites Beben in zwei Tagen, mehrere Nachbeben

In der Stadt Larino seien die Menschen aus Panik auf die Straße gelaufen. Dort seien bislang keine Schäden festgestellt worden. Im weiteren Verlauf des Abends ereigneten sich mehrere leichte bis moderate Nachbeben. In der Region Molise war es bereits der zweite mittelschwere Erdstoß in den vergangenen zwei Tagen. In der Nacht auf Mittwoch bebte die Erde mit einer Stärke von 4,7.

Italien wurde schon oft von heftigen Erdstößen erschüttert. Das mittlere Italien ist zum Beispiel eine derjenigen Regionen in Europa, die besonders häufig heimgesucht werden. Dort starben bei einem verheerenden Beben vor zwei Jahren fast 300 Menschen rund um die Stadt Amatrice. In den Folgemonaten kam die Region nicht zur Ruhe, die Erde bebte immer wieder. Nur etwas weiter südlich hatten im Jahr 2009 Erdstöße die Stadt L‘Aquila teils verwüstet, es gab mehr als 300 Tote. Das Zentrum ist auch fast zehn Jahre später größtenteils unbewohnt und gleicht einer Baustelle.

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Grund für die Beben sind massive Spannungen, die sich im Untergrund aufbauen. Denn der „Adriatische Sporn“ – ein Anhängsel der afrikanischen Erdplatte – reibt sich hier an der eurasische Platte. Auch deshalb haben sich Italiens Mittelgebirge aufgefaltet. Die enormen Energien können sich entladen. (dpa)


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