Wiederentdeckung des Schulwegs

Mit 11. September startet an den Volksschulen der Stadt Imst „Schulweg ist Fußweg“.

© VS Oberstadt

Von Alexander Paschinger

Imst –Wenn mit dem 11. September in den Imster Volksschulen das neue Jahr beginnt, startet auch gleichzeitig ein neues Projekt, um den Kindern einen Bewegungs- und Begegnungsraum wiederzuerschließen: „Schulweg ist Fußweg“ heißt die Aktion, an der sich alle 25 Klassen dreier Imster Volksschulen, also knapp 500 Schüler, beteiligen werden. Es geht darum, mit möglichst vielen Tagen, die zu Fuß zur Schule zurückgelegt wurden, Punkte und somit auch Geld für die Klassenkasse zu sammeln. Die Idee kommt von „Miteinand in Imst“ und den Schulen selbst, gefördert wird die Aktion über das Regionalmanagement, und die Schirmherrschaft übernehmen gleich fünf Ausschüsse des Imster Gemeinderates.

„Die Direktoren der Volksschulen haben immer wieder das Verkehrsproblem und die mangelnde Bewegung für Schüler beklagt“, schildert die Obfrau des Schulausschusses, StR Martina Frischauf, das Problem der „Eltern-Taxis“.

„Die Schulwege in Imst sind sicher zu begehen“, verweist die Leiterin von „Miteinand“, Johanna Heumader-Schweigl, auf Zebrastreifen und Nebenstraßen und tritt Sicherheitsbedenken entgegen. Vielmehr gelte es, den Kindern „einen Sozialraum, wo sie auch unter sich sein können, zurückzugeben“.

Bislang gibt es bereits seit einigen Jahren den „Pedibus“. Diese Schulwegbegleitung durch Eltern konzentriere sich jedoch auf den Beginn der Schulzeit im Herbst. „Diese neue Aktion wird allerdings ganzjährig durchgeführt“, so Heumader-Schweigl.

Und so soll es funktionieren: Für einen zu Fuß zurückgelegten Schulweg eines Kindes gibt es einen Punkt. Kommt das Kind mit dem Schulbus, also per Öffi, setzt es zumindest einen halben Punkt. Nichts gibt es, wenn das Eltern-Taxi vorfährt. Für jeweils 100 Punkte wandern zwei Euro in die Klassenkasse. „Es geht nicht darum, in Konkurrenz zu treten, sondern auch darum, die Gemeinschaft zu stärken“, sagt Heumader-Schweigl. Deshalb wird es auch keinen „Sieger“ am Ende des Jahres geben.

Was die Aktion noch bringen sollte: ein Umdenken bei den Eltern, wenn die Kinder im Sinne der Klassenkasse selbst darauf verzichten, per Auto vorzufahren.


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