Planeten umschwärmen Imsterberg

Bereits zum elften Mal ist die Volksschule Imsterberg erfüllt von kreativen musikalischen Prozessen. Im Rahmen der „Klangspuren Lautstark“ geben sich 45 Jungmusiker der Komposition und Improvisation hin.

Den Eigenschaften der Planeten widmen sich die Jungmusiker heuer in den „Klangspuren Lautstark“, hier die Perkussionsgruppe um Dozent Philip Lamprecht.
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Von Hubert Daum

Imsterberg –Der magische Klang der Glocken stand im Jubiläumsjahr 2017 (10. Auflage) im Zentrum des Schaffens der Jungmusiker aus Österreich, Italien und Deutschland. Kurz musste man im Frühjahr um die Weiterführung der „Klangspuren Lautstark“ aus finanziellen Gründen bangen, doch dann gab’s die Entwarnung. Also ist zurzeit den Räumlichkeiten der Volksschule Imsterberg wieder Leben eingehaucht, und das in den Sommerferien.

45 Teilnehmer im Alter von neun bis 16 Jahren tauchen in ein Abenteuer rund um die neue Musik und neue Klänge ein. „Wir haben heuer 18 Neuanmeldungen“, freut sich Koordinator Klaus Niederstätter, Teil des elfköpfigen Dozententeams. An der Spitze steht wie gewohnt die weltweit bekannte Komponistin und Oboistin Cathy Milliken. „Im Schwarm“ ist das heurige Motto der Kreativwerkstatt. „Ein Schwarm setzt sich aus einer größeren Anzahl von wimmelnden und sich gemeinsam fortbewegenden Gruppen zusammen“, erläutert Milliken, die sich mit ihrem Team – inspiriert von Karlheinz Stockhausens wegweisender Komposition „Gruppen“ – den Schwarm der Planeten ausdachte.

Welche Farbe, Leuchtkraft, Dichte, Schwingung oder Geschwindigkeit hat ein Planet? Fragen, die sich die Jungmusiker natürlich nicht im physikalischen Sinne stellen, vielmehr dienen diese Planeteneigenschaften der In­spiration und der Kernfrage: Wie kann ich diese mit dem Instrument ausdrücken? Die Antworten entstehen in sechs Instrumental- und Kompositionsgruppen, die sich in der „Nacht der Sternschnuppen“ auch in den Imsterberger Feldern mit Blick gen Himmel zusätzliche Inspiration holten.

Auch die Künstlerische Leiterin Cathy Milliken greift in die Tasten.
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„Der Entdeckungsfreude und der Lust am Komponieren sind keine Grenzen gesetzt“, weiß Pressereferentin Désirée Peyrer, „wichtig ist nicht das Ergebnis, sondern die Förderung von kreativen Prozessen in einer Atmosphäre der Spielfreude.“ Und diese liegt förmlich in der Luft, hört man den Freigeistern zu. Die Kompositionen entstehen ausschließlich aus den Jugendlichen selbst, die Dozenten haben lediglich die Aufgabe zu helfen, die Fragmente in ein homogenes Ganzes zu gießen.

Das Ergebnis wird in Form eines Konzertes morgen Sonntag ab 11 Uhr im Gemeindesaal der Zuhörerschaft präsentiert. In dieser Uraufführung lüften die Jungmusiker nicht nur das Geheimnis ihrer Gruppenwerke, sondern spielen auch den Lautstark-Song „Planeten“ von Michael Schiefel im Tutti, also alle gemeinsam. Lässt sich der Zuhörer auf diese kosmische Fantasie ein, wird es eine unvergessliche und einzigartige Matinee.

Für Désirée Peyrer ist es wichtig zu erwähnen, dass die Teilnahme nicht nur gut betuchten Familien vorbehalten ist: „320 Euro für Kurs, sieben Übernachtungen und Vollpension ist, so glaube ich, eine moderate Gebühr.“

Der Spaß kommt bei einem Rap-Part nicht zu kurz.
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