25 Jahre Vollgas live mit 10.000 Fans

Die Pfunds-Kerle dürfen auf eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte zurückblicken. Fans aus nah und fern pilgern kommende Woche nach Pfunds, um das heimatverbundene Trio mit Paul, Martin und Joe zu feiern.

© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Pfunds –Das schaffen nur wenige in der Musikszene: ein Vierteljahrhundert in derselben Besetzung Vollgas auf Bühnen im In- und Ausland zu geben, 14 CDs zu produzieren und sich immer wieder zugusten von Benefizaktionen zu engagieren. Auf diese Bilanz dürfen die Pfunds-Kerle mit Bandleader Paul Köhle, Martin Köhle und Joe Wachter beim Jubiläumsfest (24. bis 26. August) stolz zurückblicken. Die Vorhut aus den Fanclubs in Deutschland, im Elsass, in der Schweiz und Belgien checkt bereits an diesem Wochenende ein. In Summe erwartet Pfunds bis zu 10.000 Festbesucher.

Wie kommen die heimatverbundenen Kerle zu ihrem Namen? Zunächst trat das Trio als Alpenjäger sowie Paul und sein Gaul auf. Ein Lehrer soll Martin Köhle oft als „der Kerl da aus Pfunds“ gerufen haben. Das war – so Paul – der Klick zum Bandnamen.

Alle drei Burschen waren musikalische Talente, jedoch ohne einschlägige Ausbildung. „Mein Vater hat musiziert. Eigentlich wollte ich in eine Musikschule, aber da war kein Geld da“, erzählt Paul. „Wir haben alles selber erlernt.“

Auch die ältere Generation zeigt Begeisterung beim Konzert.
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Am Anfang trafen sich die Kerle auf der Kobler Alm, um „unplugged“ zu musizieren, mit Ziehharmonika, Gitarre und Posaune. Manchmal flackerte auch ein Lagerfeuer und die ersten Gäste hörten zu. Joe war der Bub mit der Posaune, gerade 15 Jahre alt. In den frühen 90er-Jahren kamen die ersten Einladungen nach Deutschland. „Wir haben vorher nur ländlich gespielt. Jetzt mussten wir unser Programm radikal erweitern und auch moderne Stücke einbauen.“ Ein Jahr lang probten die Burschen jeden Tag, ohne Ausnahme.

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Offiziell gibt es die Pfunds-Kerle seit Silvester 1993, zuerst als leidenschaftliche Hobby-Musikanten. Doch rasch, etwa ein Jahr später, machten sie die Musik zu ihrem Hauptberuf. An jedem freien Tag wurde fleißig geprobt.

Im Sommer 1994 produzierten sie ihre erste CD, Titel „Vergessenes Dorf Tirol in Brasilien“. „Wir hatten einen Film von Norbert Hölzl über die Nachkommen der Brasilien-Auswanderer gesehen“, schilderte Paul. Ein Tiroler Verein mit Alt-Landeshauptmann Alois Partl organisierte Hilfsprojekte. „Da haben wir gesagt, es macht Sinn, dass wir uns hier engagieren.“

Die Pfunds-Kerle gaben ihr erstes Benefizkonzert in Prutz. Nach zwei weiteren Konzerten leisteten sie einen Beitrag von 600.000 Schilling für Hilfsprojekte in Dorf Tirol. Wiederholt trat das Trio zu wohltätigen Zwecken auf. Der Bogen reicht von der Aktion „Licht ins Dunkel“ bis zur Renovierung der Kirchenfahnen in Pfunds. Bei der Murenkatastrophe 2005 sorgte die Band für die Verpflegung der ehrenamtlichen Helfer.

Zum Thema Heimatverbundenheit sagt Paul: „Wir sind zu 100 Prozent mit Pfunds und mit Tirol verbunden. Auf unseren Tourneen haben wir viele schöne Plätze gesehen, in Norwegen oder in Island. Aber unsere Heimat würden wir nie eintauschen.“

Dass die Wertschätzung der Band gegenüber auch im eigenen Dorf groß sei, freue ihn besonders. „Für mich ist das die größte Auszeichnung.“ Wie geht es weiter nach dem Jubiläumsfest? – „Ein paar Jahre möchten wir noch weitermachen. Vorausgesetzt, wir bleiben gesund.“


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