Casal und der Stainer-Klang

Das kreative, außergewöhnliche casalQuartett gestaltete einen Festwochen-Abend.

Innsbruck –Es war ein geistreiches Seminar, das die Schweizer am Freitag in der Hofburg gestalteten. Eine klingende Geschichte des Streichquartetts sowie von anderer Seite legitimiert die Antwort auf die Frage, warum die Festwochen der Alten Musik nun mit Mercadantes Oper „Didone abbandonata“ das frühe 19. Jahrhundert beleuchtet hatten.

Musikentwicklung ist ein Fluss, kein Bausteinsystem, und so begann das casalQuartett – im Programmheft fein aufgeschlüsselt – seine Streichquartett-Reise im 17. Jahrhundert mit Alessandro Scarlatti und endete 1820 mit Schubert. Dazwischen lagen Werke von Sammartini, Telemann, Franz Xaver Richter, Boccherini und selbstverständlich den Wiener Klassikern Haydn, Mozart und Beethoven.

Felix Froschhammer, erste Violine, Rachel Späth, zweite Violine, Markus Fleck, Viola, und Andreas Fleck, Violoncello, umfangen mit ihrer Vitalität und überrumpelnden Musikalität gleichsam jeden Zuhörer, führen ihn mit Klugheit (und einigen Kommentaren) ins Programm, zeigen sich stilsicher und emotional. Sensationell und ein außergewöhnliches Klangerlebnis, das sie in Innsbruck, in einem Künstlergespräch erläutert, auf vier Instrumenten Jakob Stainers musizierten. Die Zugabe, Beethovens Fuge aus dem letzten Rasumovsky-Quartett, untermauerte die Tendenz zu hin und wieder überhitzten Tempi.

Später, auf dem nächtlich menschenleeren Theatervorplatz, den nur heimkehrende Konzertbesucher querten, sangen selbstvergessen drei junge Menschen über einem Notenblatt Mozarts zauberhaftes „Soave sia il vento“-Terzett aus „Così fan tutte“. Heute Sonntag beginnt im Konservatorium der Cesti-Wettbewerb für Barockgesang. (u.st.)

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