Aus für Leiner in Tirol: Möbelhandel macht Mitarbeitern Mut

„Im Rahmen seiner Möglichkeiten“ will der Tiroler Möbelhandel die von der Leiner-Schließung betroffenen Mitarbeiter übernehmen. Die Betriebsräte äußern ihr Bedauern über den Jobabbau – aber auch Verständnis.

Das Ende 2012 eröffnete Leiner-Möbelhaus in der Innsbrucker Rossau (Archivbild von 2014) soll mit Jahresende zusperren.
© Kika/Leiner/OTS

Innsbruck — Der Tiroler Möbelhandel will die vom Leiner-Aus betroffenen Mitarbeiter „im Rahmen seiner Möglichkeiten" übernehmen. Dies kündigte der Sprecher des Möbelhandels in der Tiroler Wirtschaftskammer, Stefan Föger, am Freitag in einer Aussendung an. „Wir suchen immer gute Fachkräfte", erklärte Föger. In Innsbruck dürften 50 bis 70 Mitarbeiter betroffen sein.

„Wir haben in unserem Land eine gewachsene Struktur, mit einigen regional sehr stark verankerten, inhabergeführten und qualitätsorientierten Möbelhäusern, die verlässliche Arbeitgeber sind", so Föger. Er sicherte den Betroffenen - „wo es möglich ist" - Unterstützung zu.

Die Signa-Gruppe rund um den Tiroler Investor Rene Benko, die Kika/Leiner vor kurzem übernommen hatte, hat massive Sparpläne angekündigt. Im Zuge der Sanierung sollen laut Medienberichten österreichweit rund 1100 Stellen gestrichen werden. Zudem sollen — wie das Unternehmen bestätigt — neben jener in Innsbruck auch die Leiner-Filiale Wiener Neustadt und die Kika-Filialen Vösendorf und Spittal/Drau sowie zwei Logistikzentren geschlossen werden.

Betriebsräte zeigen Verständnis

Die Betriebsräte der Möbelhäuser bedauern den harten Sparkurs zwar, zeigen aber gewisses Verständnis. Sie betonen, dass mit der Geschäftsführung bereits ein Sozialplan verhandelt werde. Die betroffenen Mitarbeiter sollen heute oder am Montag beim AMS angemeldet werden. Sie seien am Donnerstag über die Sanierungspläne informiert worden.

„Es ist schlecht, was da passiert", sagte Sonja Karner, Betriebsratsvorsitzende bei Kika, am Freitag. Um den Fortbestand von Kika und Leiner zu sichern, müsse aber gespart werden. „Aus wirtschaftlichen Gründen sind natürlich Maßnahmen notwendig, um das gesamte Unternehmen am Markt zu halten", sagte auch Leiner-Betriebsrat Karl Vogl im Ö1-Morgenjournal.

Palfrader deutet Arbeitsstiftung an

Hilfe verspricht auch das Land Tirol. Noch gebe es aber zu wenig Informationen, deshalb könne sie noch keine konkreten Aussagen treffen, teilt Arbeits-Landesrätin Beate Palfrader (VP) mit. Eventuell käme eine Arbeitsstiftung für die Mitarbeiter in Frage, aber das hänge von den Sozialplan-Verhandlungen ab. (TT.com, APA)


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