Deutsche Museen wollen koloniale Vergangenheit aufklären

Husum (D) (APA/dpa) - Insgesamt 18 Museen aus Schleswig-Holstein und das Museum im dänischen Apenrade vernetzen sich für eine digitale Gesam...

Husum (D) (APA/dpa) - Insgesamt 18 Museen aus Schleswig-Holstein und das Museum im dänischen Apenrade vernetzen sich für eine digitale Gesamtaufnahme ihrer Objekte aus der Kolonialzeit. Das Forschungsprojekt „Zwischen Kolonialismus und Weltoffenheit“ werde ein Impuls für die Debatte zum Umgang mit Objekten aus der Kolonialzeit sein, sagte Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien (CDU) am Freitag in Husum.

Das vom Bund mit 270.000 Euro geförderte Projekt ermögliche neue Erkenntnisse für die Landesgeschichtsforschung wie für die kunstgeschichtliche und ethnologische Forschung. Ein Großteil der kolonialen Objekte lagert laut Kulturministerium in örtlich weit gestreuten Depots und ist derzeit für die Forschung nicht zugänglich. Dazu gehörten etwa Bilder des Expressionisten Emil Nolde (1867-1956), die auf der Neuguinea-Reise des Malers entstanden, aber auch Exponate aus dem Besitz von Seeleuten, Kaufleuten und Expeditionsteilnehmern oder die Sammlung des in Husum geborenen Diamantenhändlers Ludwig Nissen.

Der Geschäftsführer des Museumsverbunds Nordfriesland, Uwe Haupenthal, sagte, die Europäer müssten sich ihrer zumeist unrühmlichen kolonialen Vergangenheit stellen. Das Projekt endet am 30. September 2020. Bisher konnten bereits knapp 3000 Objekte und Fotografien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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