Historischer Moment und viele Politiker in Alpbach

Das Europäische Forum Alpbach wird morgen offiziell eröffnet. Neben 5000 Teilnehmern kommen Regierungsmitglieder – mit Gästen.

Am Sonntag wird das Europäische Forum Alpbach mit einer Rede von Präsiden­t Franz Fischler am Dorfplatz eröffnet.
© APA

Von Cornelia Ritzer

Wien –Die Stimmung in Alpbach ist gut. Der Auftakt beim Europäischen Forum ist mit der Eröffnungsrede des US-Ökonomen und Nobelpreisträgers Joseph Stiglitz gelungen, rund 5000 Teilnehmer aus 100 Staaten werden bis Ende August erwartet. Angesichts der EU-Ratspräsidentschaft wird heuer ein besonderer Fokus auf der Bundesregierung liegen. „Herzlich willkommen“ sei die Regierungs­riege in Alpbach, sagte Forums-Präsident Franz Fischler bei der Programmpräsentation. „Aber kommt bitte nicht alleine“, hoffte er wie schon die Jahre zuvor auf interessante Begleitung.

Auf einen fast schon „historischen Moment“ bereitet man sich angesichts der Gäste­liste von Bundespräsident Alexander Van der Bellen vor. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic und der Präsident des Kosovo, Hashim Thaci, diskutieren mit Van der Bellen sowie EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn über die „neuen Perspektiven zur EU-Erweiterung“. Der Kosovo hat sich 2008 für unabhängig erklärt, für Serbien ist der Kosovo weiterhin seine Provinz. Der Bundespräsident konnte seine Amtskollegen zwar bereits in Wien begrüßen, das Treffen im Bergdorf könnte nun „Unterstützung für die Region auf dem Weg in die EU sein“, heißt es aus der Präsidentschaftskanzlei. Die Europäische Union sieht eine Lösung des Konflikts als Bedingung für einen Beitritt.

Auch ÖVP-Justizminister Josef Moser will die politischen Gespräche in Tirol nutzen, um „Kontakte zum Westbalkan zu intensivieren“. Moser hat sein­e albanische Amtskollegin Etilda Gjonaj eingeladen. FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl wird von ihrem slowakischen Amtskollegen Miroslav Lajcak sowie vom EU-Sonderbeauftragten für Menschenrechte Stavro Lambrinidis, dem Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs für Ex-Jugoslawien Serge Brammertz und OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger zu den politischen Gesprächen begleitet.

Die meisten Minister kommen jedoch ohne Begleitung. ÖVP-Umweltministerin Elisabeth Köstinger unterbricht für ein Kamingespräch über den Klimawandel ihre Elternpause, die Minister Hartwig Löger (Finanzen, ÖVP), Margarethe Schramböck (Wirtschaft, ÖVP), Gernot Blümel (Kanzleramt, ÖVP) und Beate Hartinger-Klein (Gesundheit, FPÖ) beteiligen sich ebenfalls am Forum. FPÖ-Verkehrs­minister Norbert Hofer ist Gastgeber der Technologiegespräche und eröffnet diese mit Bildungsminister Heinz Faßmann und Frauen­ministerin Juliane Bogner-Strauß (beide ÖVP).

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) reist ohn­e offiziellen Gast nach Alpbach, er bricht nach kurzem Aufenthalt zur Asien-Reise mit einer Wissenschafts- und Wirtschaftsdelegation auf. Der Kanzler werde das Forum trotzdem für Gespräche nutzen – denn dazu brauche es in Alpbach oft keinen Termin.


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