BayernLB will wieder im Österreich-Geschäft mitmischen

München/Wien (APA/Reuters) - BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler, der um eine Verlängerung seines Anfang 2019 auslaufenden Vertrags kämpft, ...

München/Wien (APA/Reuters) - BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler, der um eine Verlängerung seines Anfang 2019 auslaufenden Vertrags kämpft, will die Bank „mittelfristig zu einer der stärksten Regionalbanken in Europa“ entwickeln. Nach dem Ende der von der EU verordneten Beschränkungen will Riegler etwa das Mittelstandsgeschäft in den Nachbarländern Österreich und Schweiz ausbauen. I

Das kündigte Riegler am Freitag an. Im Immobiliengeschäft will er die Abhängigkeit vom deutschen Markt reduzieren und sich stärker in den USA und Frankreich engagieren.

Im Bankgeschäft in Österreich hat die Bayerische Landesbank, wie berichtet, als einstige mehrjährige Hauptaktionärin der maroden Hypo Alpe Adria Bank im Jahr 2009 Schiffbruch erlitten. Davor, von 1996 bis 2004, war die BayernLB zweitgrößte Aktionärin der BAWAG. Vor vielen Jahren hielten die Bayern auch einmal eine 45-prozentige Beteiligung an der Tiroler Sparkasse (TiSpa).

Am Freitag legte die BayernLB in München Halbjahreszahlen vor. Vor allem dank ihrer Tochter DKB hat sie im ersten Halbjahr 2018 mehr verdient. Der Konzerngewinn vor Steuern legte um 6 Prozent auf 452 Mio. Euro zu. „Das Ergebnis liegt insgesamt deutlich über unseren eigenen Erwartungen“, sagte Finanzchef Markus Wiegelmann zu Reuters. Während das Geschäft bei der Direktbank DKB floriert, spürt die Landesbank im Firmenkundengeschäft Gegenwind.

Rund läuft es derzeit aber vor allem bei der DKB, die ihr Ergebnis vor Steuern im ersten Halbjahr auf 204 (Vorjahr: 116) Mio. Euro fast verdoppelte. Die mit mehr als 3,8 Millionen Kunden zweitgrößte Direktbank in Deutschland nach der ING DiBa profitierte von einer günstigeren Refinanzierung und steigenden Kundenzahlen. Der Zinsüberschuss der DKB legte trotz der niedrigen Marktzinsen auf 511 (429) Mio. Euro zu. Das trieb auch den Zinsüberschuss des Konzerns um vier Prozent auf 879 Mio. Euro hoch.

Wie zuvor schon zahlreiche Konkurrenten, beklagte auch die Landesbank den harten Wettbewerb im Firmenkundengeschäft. Im Segment Corporates & Mittelstand ging das Ergebnis vor Steuern daher auf 181 (212) Mio. Euro zurück.

Obwohl sie das Ziel bereits erreicht hat, bekräftigte die BayernLB die Prognose eines Vorsteuergewinns im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Die Bank ist beim Ausblick traditionell zurückhaltend. „Wir sehen aktuell keine konkreten Belastungen im zweiten Halbjahr“, sagte Wiegelmann.

Auch der Absturz der türkischen Lira bereite ihm keine Sorgen. „Unser Türkei-Risiko ist insgesamt überschaubar, mit meist kurzen Laufzeiten oder durch Exportversicherungen abgesichert.“

Wegen der Ausweitung des Geschäfts stieg die Bilanzsumme seit Ende Dezember um 5,5 Prozent auf 226 Mrd. Euro, die harte Kernkapitalquote schrumpfte per Ende Juni auf 14,4 (Ende 2017: 15,3) Prozent. „Die Kernkapitalquote dürfte zum Jahresende wieder etwas über dem aktuellen Wert liegen“, sagte Wiegelmann.

~ WEB http://www.bayernlb.de ~ APA258 2018-08-17/13:56


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