Oberösterreich will deutlich mehr Geld für Linzer Universität

Linz/Wien (APA) - Oberösterreich verlangt vom Bund mehr Geld für die Johannes Kepler Universität (JKU). LH Thomas Stelzer (ÖVP) sieht - ande...

Linz/Wien (APA) - Oberösterreich verlangt vom Bund mehr Geld für die Johannes Kepler Universität (JKU). LH Thomas Stelzer (ÖVP) sieht - anders als das Bildungsministerium - eine „finanzielle Schieflage“, weil das Land weit mehr zum BIP beisteuere als die JKU vom Kuchen der Unimittel bekomme. Rektor Meinhard Lukas bietet im Gegenzug ein Programm an, das die Zahl der MINT-Absolventen um ein Viertel steigern soll.

Derzeit bekommt die JKU 130 Mio. Euro pro Jahr. In der Leistungsvereinbarung 2019-21, über die gerade verhandelt wird und in der 1,35 Mrd. Euro zusätzlich unter den 21 Unis verteilt werden sollen, will man 60 Mio. Euro mehr herausschlagen. Das wären 20 Mio. Euro jährlich. Wie die Verhandlungen laufen bzw. was der Bund derzeit bietet, wollte Lukas unter Verweis auf die nächste, im Herbst anstehende Verhandlungsrunde nicht verraten. Allerdings sprangen ihm in einer Pressekonferenz am Freitag demonstrativ LH Stelzer, der für Forschung zuständigen LHStv. Michael Strugl, Bildungslandesrätin Christine Haberlander (alle ÖVP), die oö. Wirtschaftskammerpräsidentin Doris Hummer sowie der oö. IV-Vizepräsident Peter Mitterbauer zur Seite.

Stelzer verwies darauf, dass Oberösterreich zwar 17 Prozent zum nationalen BIP beitrage (Stand 2016), aber die JKU nur fünf Prozent des Unibudgets bekomme. Die Wiener Unis erhielten hingegen 54 Prozent - bei 26 Prozent BIP-Anteil der Bundeshauptstadt. Er habe gegenüber Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bildungsminister Heinz Faßmann (beide ÖVP) bereits mehrmals auf diese „Schieflage“ hingewiesen, so Stelzer. Aber nun brauche es „mehr als anerkennende Worte der Bundesregierung“, nämlich „konkrete Taten in Form einer ausreichenden finanziellen Ausstattung“.

Im Bildungsministerium will man keine Schieflage sehen: „An nicht vielen Standorten wurde in den letzten Jahren so viel investiert wie in Linz“, hieß es in eine Stellungnahme. Aber „selbstverständlich ist der Bund bemüht, für die JKU bestmögliche Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen“. Sie werde „einen erheblichen Budgetzuwachs erfahren“, wurde betont.

Rektor Lukas will in dem Poker ums Geld auch mit seiner „Agenda +25“ punkten. Sie sieht vor, die Zahl der - derzeit 2.600 - prüfungsaktiven MINT-Studenten (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, Anm.) binnen drei Jahren um 25 Prozent zu steigern. Das soll vorerst 150 zusätzliche Absolventen pro Jahr bringen. Als prüfungsaktiv gilt man, wenn man knapp ein Drittel des für ein Studium in Mindestzeit nötigen Pensums erreicht. Für den ehrgeizigen Plan wäre eine „signifikante“ Aufstockung der Lehrstühle um eine zweistellige Zahl nötig - und natürlich das geforderte Budget.

„Die Zukunft der JKU ist viel zu wichtig, als sie für politische Show-Effekte zu missbrauchen“, kritisierte die SPÖ den demonstrativen Schulterschluss mit starker ÖVP-Beteiligung. Denn der wichtigste ÖVP-Vertreter - der Bildungsminister - habe gefehlt, monierte Klubvorsitzender Christian Makor. Er verwies auf Landtagsresolutionen zur JKU-Finanzierung, die auf Initiative von SPÖ bzw. Grünen eingebracht und jeweils einstimmig beschlossen worden seien. Der Einsatz für die JKU im Landtag sei also „einstimmig statt einfärbig“, so Makor.


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