Fernbus auf Weg von Schweden nach Berlin verunglückt: 22 Verletzte

Sie waren ihrem Ziel schon nahe. Auf der Fahrt von Stockholm nach Berlin ist bei Rostock ein Flixbus mit mehr als 60 Passagieren verunglückt. 22 Menschen sind verletzt. Doch der ADAC betont: Fernbusse sind sicher.

(Symbolfoto)
© Thomas Boehm / TT

Von Winfried Wagner, dpa

Linstow/Stockholm – Auf dem Weg vonStockholm nach Berlin ist ein Fernbus am Freitagmorgen in Mecklenburg-Vorpommern verunglückt. 22 Menschen seien nach derzeitigen Erkenntnissen zum Teil schwer verletzt und in umliegende Kliniken gebracht worden, teilte die Polizei mit. Das Unglück ereignete sich auf der Autobahn 19 Rostock-Berlin bei Linstow. Der Bus sei aus ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn abgekommen, fuhr in einen Graben und kippte auf die Seite. Die Autobahn Richtung Berlin wurde daraufhin für Stunden gesperrt.

An Bord des Doppeldeckers waren laut Polizei 61 Passagiere aus 22 Ländern, darunter ein großer Teil aus Skandinavien, sowie zwei Busfahrer. 16 Fahrgäste mit mittleren und schweren Verletzungen wurden mit Rettungshubschraubern und Krankenwagen in Kliniken gebracht. Einer der Fahrgäste wurde eingeklemmt und musste von Rettern aus dem Bus herausgeschnitten werden. Weitere Fahrzeuge waren nicht in den Unfall verwickelt.

Gutachten wird erstellt

Die übrigen Fahrgäste und Fahrer wurden noch an der Unfallstelle medizinisch untersucht und dann mit einem Bus ins Betreuungszentrum des Deutschen Roten Kreuzes nach Güstrow gebracht. Sechs von ihnen seien anschließend mit leichten Verletzungen ebenfalls ins Krankenhaus gefahren worden. Die Retter waren laut Polizei mit insgesamt 60 Einsatzkräften aus zwei Landkreisen im Einsatz.

Auch einer der beiden Busfahrer, die sich abgewechselt hätten, sei unter den Verletzten. Der am Steuer sitzende Fahrer wurde ärztlich untersucht und von der Polizei befragt, um nähere Erkenntnisse zum Unfallhergang zu erlangen, wie die Polizei mitteilte. Ein Atemalkoholtest zeigte einen Wert von 0,00 Promille.

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Die Unfallursache war zunächst unklar. Die Polizei sicherte die Daten des Fahrtenschreibers. Auch ein Sachverständiger kam am Unfallort zum Einsatz. Nachdem der Bus geborgen war, wurde die Autobahn am frühen Freitagnachmittag wieder freigegeben.

Bei ungutem Gefühl „auf Instinkt vertrauen“

Eine Flixbus-Sprecherin in Berlin bestätigte, dass es sich um einen Fernbus ihres Unternehmens handelte und bedauerte den Vorfall. Der Bus sei aus Stockholm via Kopenhagen und Rostock auf dem Weg nach Berlin gewesen.

Der ADAC sieht nach dem Unfall kein Sicherheitsproblem bei Fernbussen: «Das Risiko, mit einem Reisebus zu verunglücken, ist 14 Mal geringer als mit dem eigenen Auto», sagte der Sprecher des ADAC Hansa, Christian Hief, am Freitag. „Fernbusse sind sicher.“ Die Zunahme von Busunfällen in den vergangenen Jahren liege vor allem an der stark gestiegenen Zahl der Busreisen. So seien in Deutschland mittlerweile weit mehr als 20 Millionen Fahrgäste pro Jahr mit den Bussen unterwegs.

Fahrgäste sollten trotzdem aufmerksam bleiben, empfahl Hief. Wenn Reifen oder das gesamte Fahrzeug in jämmerlichem Zustand seien, solle man besser nicht ein- oder bei der nächsten Gelegenheit aussteigen. Gleiches gelte, wenn der Fahrer einen übermüdeten, unkonzentrierten oder vielleicht sogar angetrunkenen Eindruck mache. „Wenn ich ein ungutes Gefühl habe, sollte man auf seinen Instinkt vertrauen“, sagte Hief. „Aber das wichtigste ist: Es gibt eine Anschnallpflicht in Bussen, und die ist nicht ohne Grund da.“ Im Ernstfall könne der Gurt Leben retten.


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