Trump will nur noch Halbjahreszahlen, SEC kann nicht gezwungen werden

Washington (APA/Reuters/dpa) - Die US-Börsenaufsicht SEC soll nach den Vorstellungen von Präsident Donald Trump eine Abschaffung der Quartal...

Washington (APA/Reuters/dpa) - Die US-Börsenaufsicht SEC soll nach den Vorstellungen von Präsident Donald Trump eine Abschaffung der Quartalsberichte börsennotierter Unternehmen prüfen. „Ich habe einige der weltbesten Wirtschaftschefs gefragt, was das Geschäft (die Arbeitsplatzlage) in den USA noch verbessern würde“, twitterte Trump am Freitag.

„‘Stoppt die Quartalsberichte & geht zu einem Sechs-Monats-System über‘, sagte einer. Das würde mehr Flexibilität ermöglichen und Geld sparen“, so Trump. „Ich habe die SEC gebeten, das zu untersuchen!“

Der Präsident äußerte sich erstmals zu dem Thema. Die SEC ist allerdings unabhängig und wird von einer Kommission geführt, deren Mitglieder von der Politik ernannt werden. Damit kann sie von Trump nicht zu einer Änderung ihrer Regeln gezwungen werden.

Alle Vorstöße zu einer Lockerung der Berichtspflicht dürften bei den beiden zu den Demokraten tendierenden Kommissionsmitgliedern auf heftigen Widerstand stoßen.

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Sowohl Robert Jackson als auch Kara Stein setzen sich seit langem für Transparenz und feste Regeln der guten Unternehmensführung ein.

Wirtschaftschefs kritisieren die Quartalsberichterstattung als schädlich, weil sie das Augenmerk auf kurzfristige Erfolge lenkten und eine langfristige Strategie verhinderten. Investoren plädieren dagegen für möglichst kurze Abstände zwischen den Berichten. Im Urlaub in seinem privaten Golfclub in Bedminster im US-Bundesstaat New Jersey hatte Trump eine ganze Reihe von Vorstandschefs empfangen, darunter die obersten Manager von Apple, Fiat Chrysler, Boeing, FedEx und Honeywell.

In der Vergangenheit hatte die Trump-Regierung angekündigt, zahlreiche Regeln lockern zu wollen, die Firmen einschränkten und sie von einem Börsengang abhielten. Dazu zählen Vorgaben mit Blick auf die Transparenz und die gute Unternehmensführung.

Trumps Kontrahentin im Wahlkampf, Hillary Clinton, hatte sich ebenfalls dafür starkgemacht, dass Unternehmen seltener Zahlen vorlegen müssen. Das soll kurzfristigen Renditedruck mindern und für eine Abkehr vom schnellen Profitstreben hin zu nachhaltigem Wachstum sorgen.


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