Generationenwechsel bei der SPÖ Rum

Sabine Hölbling löst BM Kopp als Ortsvorsitzenden ab, die Frage einer Bürgermeisterkandidatur komme „zu früh“.

© SPÖ Rum

Von Michael Domanig

Rum –Führungswechsel bei der SPÖ Rum nach 31 Jahren: Gemeinderätin Sabine Hölbling wurde bei der Jahreshauptversammlung samt Neuwahlen mit 100 Prozent Zustimmung zur neuen Ortsvorsitzenden gekürt. Die 47-Jährige folgt in dieser Rolle auf BM Edgar Kopp. Er war der Partei seit 1987 vorgestanden.

Nach der Gemeinderatswahl 2016 war es innerhalb der SPÖ-Fraktion zu Spannungen und Spaltungen gekommen, die Wahl Hölblings wird nun allseits als wesentlicher Schritt bezeichnet, diese Gräben zu schließen.

BM Kopp nennt den Wechsel „total positiv“, er selbst habe Hölbling vorgeschlagen: „Sie symbolisiert alles, was in der Politik jetzt gefragt ist: Sie ist eine Frau, relativ jung, hat Familie und ist eine tüchtige Gemeinderätin.“ Von einer „Entmachtung“ könne keine Rede sein, „entmachten kann man mich nur, wenn ich abgewählt werde“. Vielmehr handle es sich um eine „Entlastung“, mit zunehmendem Alter müsse man auch Aufgaben abgeben, so Kopp, der kommendes Jahr 80 wird. Hölbling „wird es gut machen“, ist er überzeugt.

Auf die Frage, ob sie ihm auch als Bürgermeisterkandidatin nachfolgen solle, meint Kopp, seit 1987 im Amt: „Wenn sie das Schiff gut steuert, hat sie sicher beste Chancen. Aus meiner Sicht ist der Ortsparteivorsitz aber noch kein Freibrief für eine Bürgermeisterkandidatur. Da gibt es sicher einige, die sich befähigt fühlen – und wir haben auf unserer Liste ja auch viele Parteifreie.“ Die Spaltung in der Ortspartei ist für Kopp mit Hölblings Wahl „zumindest in den Hintergrund gerückt“.

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Das sieht auch Sabine Hölbling selbst so: „Dass ich jetzt den Vorsitz übernommen habe, geht sicher für alle Seiten in Ordnung.“ Sie sei die „Wunschkandidatin“ des Bürgermeisters gewesen und habe zugleich auch ein gutes Verhältnis zu Vize-BM Romed Giner. Ihr Ziel sei es nun, das Erbe ihrer Vorgänger Hans Tanzer und Edgar Kopp „mit jungen, frischen Ideen“ weiterzuführen. „Ich mache das jetzt einmal zwei Jahre lang, dann wird man weitersehen.“ Um über eine etwaige Kandidatur fürs Bürgermeisteramt nachzudenken, sei es noch „viel zu früh“, sagt Hölbling, die erst seit 2016 als Quereinsteigerin im Gemeinderat vertreten ist. „Mir geht es jetzt vor allem darum, die Partei in Rum voranzubringen.“

Auch Vize-BM Giner spricht von einem „Zeichen der Erneuerung“. Im Sinne einer „gemeinsamen, diplomatischen und fairen Lösung“ habe man sich darauf geeinigt, „dass Sabine neuen Schwung in die Ortspartei bringen soll“. Es gehe darum, die SPÖ Rum wieder größer zu machen, der traditionell hohe Mitgliederstand sei zuletzt „etwas abgebröselt“. Mit dem Bürgermeisteramt habe die Wahl „überhaupt nichts zu tun“.


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