Brückeneinsturz in Genua: Konzessionsentzug von Betreiber eingeleitet

Mailand/Genua (APA/Reuters) - Nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua macht die italienische Regierung ernst und entzieht dem Betrei...

Mailand/Genua (APA/Reuters) - Nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua macht die italienische Regierung ernst und entzieht dem Betreiber Autostrade per l‘Italia die Konzession. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Freitag, das Verkehrs- und Infrastrukturministerium habe sich in einem offiziellen Schreiben an Autostrade gerichtet, um den Entzug der Erlaubnis zum landesweiten Betrieb der Autobahnen einzuleiten.

„Das Desaster verpflichtet uns neue Initiativen zu ergreifen, die drastischer sind als die vorheriger Regierungen“, so Conte. Die Regierung in Rom hatte den Betreiber für das Unglück am Dienstag verantwortlich gemacht. Dabei waren mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Am Freitag wurden immer noch fünf Menschen unter den Trümmern vermisst.

Die Zeitungen „La Stampa“ und „Repubblica“ berichteten, eine von Autostrade in Auftrag gegebene Studie der Polytechnischen Universität Mailand habe auf Zweifel an der Stabilität der Brücke hingewiesen. In der Expertise vom November 2017 würden vor allem die von Beton ummantelten Stahlträger und Spannseile der Brücke als Sicherheitsrisiko bezeichnet. In dem Teil der Brücke, die kollabierte, hätten die Träger abnormal auf Vibrationen reagiert. Dies sei möglicherweise auf Korrosion zurückzuführen und müsse weiter untersucht werden, zitierte die Zeitungen aus dem Bericht.


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