US-Kardinal Wuerl sagt Teilnahme bei Dubliner Weltfamilientreffen ab

Washington/Dublin/Vatikanstadt (APA) - US-Kardinal Donald Wuerl hat Medienberichten zufolge seine Teilnahme beim am Dienstag beginnenden kat...

Washington/Dublin/Vatikanstadt (APA) - US-Kardinal Donald Wuerl hat Medienberichten zufolge seine Teilnahme beim am Dienstag beginnenden katholischen Weltfamilientreffen in Dublin abgesagt. Das meldeten die Zeitung „The Irish Times“ sowie der Chefredakteur der Wochenzeitung „Irish Catholic“ der Nachrichtenagentur Kathpress zufolge am Wochenende in einem Tweet.

Laut Programm des Familientreffens hätte der Erzbischof von Washington eine Rede zum Thema „Das Wohlergehen der Familie ist entscheidend für die Zukunft der Welt“ halten sollen. Nach dem Bostoner Erzbischof Kardinal Sean O‘Malley wäre Wuerl der zweite prominente US-Bischof, der anders als geplant nicht zu dem Treffen kommt.

Während O‘Malley seine Absage damit begründete, seine Anwesenheit in Boston sei wegen einer aktuellen Untersuchung in seinem Priesterseminar erforderlich, gibt es für Wuerls Absage bisher keine Begründung. Aufgrund des jüngst veröffentlichten Berichts über Missbrauchsfälle und deren Vertuschung in den Diözesen des US-Staats Pennsylvania steht er jedoch in der öffentlichen Kritik.

Vor seiner Ernennung zum Erzbischof der US-Hauptstadt Washington war Wuerl 18 Jahre lang Bischof der Diözese Pittsburgh. In dem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Generalstaatsanwalts von Pennsylvania über Missbrauchsfälle und deren Vertuschung wird sein Name rund 200 Mal genannt.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Rund 140 US-amerikanische Theologen und engagierte Laien haben unterdessen die Bischöfe des Landes aufgerufen, dem Papst in der Folge des jüngsten Missbrauchsberichts geschlossen ihren Rücktritt anzubieten. Das allgemeine Systemversagen der Kirche im Umgang mit dem Missbrauch durch Priester erfordere einen kollektiven Amtsverzicht „als öffentlichen Akt der Reue und des Bedauerns vor Gott und dem Volk Gottes“, heißt es in einer am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Erklärung.

Als Vorbild verweisen die Unterzeichner auf Chile, wo im Mai 29 Ortsbischöfe wegen eines ähnlich weitreichenden Skandals ihre Amtsenthebung angeboten hatten. Papst Franziskus nahm inzwischen fünf Rücktritte an.


Kommentieren