Stern löst Pilz formal ab

Liste Pilz bekommt eine neue Chefin und sie sucht einen neuen Parteinamen.

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Wien – Vor einer Woche konnte sich Parteigründer Peter Pilz noch einmal vor Publikum als offizieller Parteichef in Szene setzen. War doch der Auftakt der ORF-Sommergespräche mit den Parteichefs zu bestreiten. Also kommt es erst heute zum Wechsel an der Parteispitze.

Nach turbulenten Monaten der neuen Partei wird die Liste Pilz eine neue Parteichefin bekommen. Auch ein neuer Name wird gesucht.

Die Mit-Initiatorin des Frauen-Volksbegehrens, Maria Stern, wird in einer Mitgliederversammlung zur neuen Obfrau gewählt. Der bisherige Parteichef und Listengründer Peter Pilz wird künftig ihr Stellvertreter sein. Zumindest auf dem Blatt Papier. Stimmberechtigt sind derzeit 25 Parteimitglieder.

Dass Pilz jetzt überhaupt wieder im Parlament sitzt, hat er Stern zu verdanken. Sie hatte für ihn im Nationalrat Platz gemacht und soll nun im Gegenzug Parteichefin werden. Der ehemalige Grünen-Abgeordnete hatte vorigen November auf sein Mandat verzichtet, nachdem ein mutmaßlicher sexueller Übergriff auf eine Frau beim Forum Alpbach 2013 bekannt geworden war. Die Ermittlungen wurden eingestellt.

Nunmehr ist Pilz unter anderem mit Mobbing-Vorwürfen seitens der aus dem Klub ausgeschlossenen Martha Bißmann konfrontiert. Die steirische Abgeordnete hat sich bis zuletzt geweigert, ihren Sessel zu räumen, damit Pilz wieder in den Nationalrat einziehen konnte. Rechtlich war ihr Verhalten völlig korrekt.

Geplant ist bei der Mitgliederversammlung auch die Gründung von Interessensvereinigungen bzw. Landesorganisationen. Informationen zur Präsentation einer Parteiakademie stehen ebenfalls auf der Tagesordnung, auch eine Präsentation zu „Wohin geht die Partei“. Zur Aufnahme neuer Mitglieder ist eine Statutenänderung vorgesehen.

Beraten werden die Pilzianer wohl auch, ob man bei der Europawahl antreten wird. Als Kandidat wird der Ex-Grüne Johannes Voggenhuber genannt. (misp)


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