Frequency - Großartiger Gig der Punkrock-Veteranen Sum 41 zum Finale

St. Pölten (APA) - Am vierten und letzten Tag des diesjährigen Frequency in St. Pölten haben Sum 41 am Sonntag groß aufgespielt. Die Kanadie...

St. Pölten (APA) - Am vierten und letzten Tag des diesjährigen Frequency in St. Pölten haben Sum 41 am Sonntag groß aufgespielt. Die Kanadier ließen bei ihrem Auftritt nicht nur das wohl größte Moshpit des Festivals entstehen, ihr Gig auf der Space Stage heizte dem Publikum derart ein, dass bezweifelt werden kann, ob einer der zwei verbleibenden Acts am heutigen Sonntag eine solche Stimmung zu erzeugen vermag.

„Das Potpourri wird angenommen“, lautete zuvor die Bilanz von Veranstalter Harry Jenner im Gespräch mit der APA. Lost Frequencies stellte dies unterdessen erneut unter Beweis. Nach der Gitarrenhärte von Papa Roach und vor den Punks Sum 41, den beiden Veteranen des Sonntags, war der belgische DJ eine willkommene EDM-Abwechslung: Die Reihen vor der Hauptbühne füllten sich stetig.

Dann gegen 18.00 Uhr war es soweit und die Punk-Band um Frontmann Deryck Whibley erschien und startete mit dem Triple-Pack „The Hellsong“, „Motivation“ und „We Are To Blame“ und im Publikum ging sofort die Post ab. Treibende, kurze Riffs, melodische, mit drei Akkorden ausgestattet Drei-Minüter: Das funktionierte perfekt, war aber nicht der einzige Grund, warum man nach dem Auftritt entgegen dem Sprichwort den Tag bereits vor dem Abend loben konnte.

Sum 41 erwiesen sich am Sonntag einfach als Band, die wieder in Top-Form ist, wie sie heuer bereits im Rahmen ihrer „Does This Look Infected? 15th Anniversary Tour“ mehrmals unterstrichen. Sie rissen ihr Publikum mit, nicht nur vorne im Moshpit, sondern bis ganz nach hinten. Die Band, die von Oasis-Frontmann Noel Gallagher einmal gar als „furchtbarste Band der Welt“ bezeichnet worden ist, punktete im Verlauf des Auftritts auch mit ein paar Zitaten aus der Rockgeschichte, indem man etwa - von Whibley mit den Worten „Let‘s play some fucking metal“ angekündigt - kurz „Paranoid“ und „War Pigs“ von Black Sabbath zitierte.

Auch das berühmt-berüchtigte Anfangsriff von Deep Purples „Smoke On The Water“ gab Whibley zum Besten, um dann dem inzwischen fanatischen Publikum mit dem Song „Pieces“ wieder mit eigenem Material einzuheizen. Das bedeutete vor dem sich nahendem Finale eine kurze Tempowegnahme, die dann mit einem rasanten Cover von Queens „We Will Rock You“ ein jähes Ende fand. Es folgten „Into deep“ und noch einmal volles Tempo mit „Still Waiting“, ehe dieser fulminante Auftritt vorbei war. Whibley, der sich vor vier Jahren von einigen schlechten Rockerangewohnheiten befreien musste, ist auf der Bühne wieder eine sichere Bank.

Für einen durchaus guten Start waren am frühen Nachmittag bereits Papa Roach verantwortlich. Mit „Between Angels and Insects“ legte man alsbald einen Klassiker aus dem 1999 veröffentlichten Debüt „Infest“ vor und war insgesamt gleich sehr bald auf 100 Prozent Leistung. Die Crossover-Truppe um Jacoby Shaddix, der optisch inzwischen ein wenig wie der jüngere Bruder des Prinzen-Sängers Sebastian Krumbiegel wirkt, blieb ihrem Ruf als grandioser Live-Act gerecht. Mit „Scars“ vom dritten Album „Getting Away with Murder“ bog man langsam ins Finale ein. Den Endspurt absolvierte man aber mit den Songs „Last Ressort“ und „None of the Above“ als krönenden Abschluss und so noch einmal mit voller Power.

Zwischen diesen beiden Bands agierte Lost Freqencies als Zwischenlösung. Der belgische DJ changierte zwischen Samples von Kirsty Hawkshaws „It‘s Going To Be A Fine Night Tonight“, Haddaways „What is Love“ und viel zeitgemäßem Material, das mit den beliebten Autotune-Vocals ausgestattet war. Die Space Stage blieb zum Abschluss jedenfalls die einzige Bühne, das Wandern zur Green Stage entfiel also, was so mancher bereits leicht erschöpfte Festivalbesucher wohl begrüßt haben dürfte.

(S E R V I C E - www.frequency.at)


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