Süd-Tiroler Freiheit: ,,Viel Überzeugungsarbeit für Reschenbahn nötig“

Die Südtiroler Initiative zum Bau der Bahnlinie Landeck-Mals will vor allem Obergrichter Touristiker und die Regionalpolitik „ins Boot“ holen.

Eine Eisenbahn am Reschen werten Touristiker als Beitrag zur Umweltentlastung.
© Südtiroler Freiheit

Von Helmut Wenzel

Landeck-Mals –Von Zwischenrufen lasse man sich nicht beirren. „Wir treten an, um Überzeugungsarbeit für den Bau der Reschenbahn zu leisten“, erklärte der Landtagsabgeordnete Sven Knoll von der Süd-Tiroler Freiheit im TT-Gespräch am Montag. In Südtirol sei die Stimmung für das Bahnprojekt Landeck-Mals weit besser als derzeit in Nordtirol. „Es gibt Überlegungen, teils stillgelegte Lokalbahnen wieder zu aktivieren. Auch die bisher nicht gebaute Ortlerbahn vom Vinschgau in Richtung Mailand könnte realisiert werden“, erläuterte der Abgeordnete.

Längst hat Knoll die mehr als 100 Jahre alten Pläne zum Bau der ca. 69 Kilometer langen Reschenbahntrasse entstaubt und in Ausstellungen gezeigt. „Zwischen Landeck und Tösens wurden Tunnels, Brücken, Bahnhöfe und Bahndämme gebaut, die zum Teil noch existieren.“

Die Größenordnung der Kosten liege heute zwischen 800 Mio. und einer Mrd. Euro, stellte der Abgeordnete fest. Zur Finanzierung sollen Fördermittel aus dem Interreg-Programm der EU lukriert werden. Zudem müssten die Länder Tirol und Südtirol sowie die Touristiker einen Beitrag leisten. „Vor allem die Touristiker sind Nutznießer. Wir haben einige Beispiele, wo Urlauber die Bahn zur Anreise in die Skigebiete nutzen. Die Option zur stressfreien Anreise per Bahn haben auch die Tourismusregionen Tiroler Oberland sowie Serfaus-Fiss-Ladis.“

Die Tunnelportale bei der Pontlatzbrücke und in der Fließer Au sind Relikte des Bahnbaus vor 100 Jahren.
© Wenzel

Nicht erreichbar war am Montag das für Verkehrspolitik und Verkehrsverbund Tirol (VVT) zuständige Regierungsmitglied LHStv. Ingrid Felipe. 2015 hatte sie sich in Zurückhaltung geübt, aber dennoch erklärt: „Langfristig halte ich das Projekt für wünschenswert.“

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Nicht nur als wünschenswert, sondern als „unbedingt notwendig“ wertet der Nauderer Touristiker Hans Kröll die Reschenbahn. Er würde auch gleich den Anschluss zur Rätischen Bahn im Engadin (Scuol-Tarasp) bauen.

Knoll & Team sind am Freitag, 31. August, auf Info-Tour unterwegs. Erster Stopp ist um 10 Uhr in Mals-Zentrum. Ab 13.30 Uhr gibt es Reschenbahn-Infos in Graun (Parkplatz am See) sowie ab 15 Uhr auf dem Seilbahnparkplatz in Nauders.


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