Bald nicht mehr billiger als Wasser: Venezuela erhöht Benzinpreise

Mit einem Euro kann man in Venezuela einen Kaffee trinken gehen oder 20.000 Mittelklassewagen volltanken – damit soll nun Schluss sein.

Während Grundnahrungsmittel wie Reis, Milch und Öl in dem Land nur schwer aufzutreiben sind, gibt es Benzin fast an jeder Ecke - und das praktisch gratis.
© AFP

Caracas – Im krisengebeutelten Venezuela ist Benzin bislang praktisch kostenlos. Damit soll nun Schluss sein. Von diesem Montag an will die sozialistische Regierung die Treibstoffpreise langsam auf internationales Niveau anheben. Derzeit kostet ein Liter Benzin sechs Bolívar, für umgerechnet einen Euro gibt es rund eine Million Liter Treibstoff.

„Ich hoffe, dass wir in zwei Jahren diese Missbildung beenden, die über lange Zeit gewachsen ist: Wir haben das Benzin praktisch verschenkt“, sagte Präsident Nicolás Maduro. Die Regierung geht davon aus, dass sie allein durch Benzinschmuggel nach Kolumbien und in die Karibik pro Jahr 18 Milliarden Dollar (15,9 Mrd Euro) verliert. Registrierte Regierungsanhänger, Sozialhilfeempfänger und der öffentliche Nahverkehr sollen aber weiterhin mit direkten Subventionen unterstützt werden.

Angesichts der Hyperinflation streicht Venezuela am Montag zudem fünf Nullen aus seiner Landeswährung. Zudem soll der neue Bolívar an die neue Kryptowährung Petro gekoppelt sein. Zuletzt prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) für das laufende Jahr eine Inflationsrate von einer Million Prozent. Außerdem könnte die Wirtschaftsleistung um 18 Prozent einbrechen. (dpa)

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