FDP-Politiker Lambsdorff sieht Griechenland noch nicht über den Berg

Berlin/Athen (APA/Reuters) - Griechenland ist dem FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff zufolge auch nach dem Auslaufen der dritten Hilfsp...

Berlin/Athen (APA/Reuters) - Griechenland ist dem FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff zufolge auch nach dem Auslaufen der dritten Hilfsprogramms seiner europäischen Partner noch nicht endgültig über den Berg. Auf die Frage, ob die Eurozone nun das Griechenland-Problem los sei, antwortete Lambsdorff am Montag in der ARD: „Nein, das ist sie ganz sicherlich nicht“.

Griechenland sei „auf Bewährung raus“ und stehe jetzt vor einer finanzpolitischen Resozialisierung. Wenn das Land solide wirtschafte, könne es gutgehen. Für Griechenland hätten sich die drei Rettungsprogramme der Euro-Partner und des IWF allerdings gelohnt, denn die Alternative wäre der Staatsbankrott gewesen.

Lambsdorff verwies darauf, dass Griechenland erst ab 2032 anfangen müsse, die erhaltenen Kredite wieder zurückzuzahlen. Die Frage, ob das Land irgendwann einen Schuldenschnitt brauche, stelle sich von daher erst nach diesem Zeitpunkt. Der deutsche Finanzminister zähle mit den Zinseinnahmen aus den Griechenland-Krediten zu den Gewinnern der Hellas-Hilfen.

Griechenland hat nach Angaben des Euro-Rettungsschirms ESM, seines inzwischen größten Gläubigers, im Kampf gegen die Schuldenkrise zwischen 2010 und 2018 insgesamt 288,7 Milliarden Euro von seinen europäischen Partnern und dem IWF erhalten. Die von der EU genannten Zahlen liegen etwas niedriger. Das bisher letzte Hilfsprogramm lief am Montag aus. Mit diesem dritten Programm hatte Griechenland noch einmal 61,9 Mrd. Euro erhalten, um 24,1 Mrd. Euro weniger, als der Finanzrahmen beinhaltete. „Zum ersten Mal seit dem Frühjahr 2010 kann Griechenland wieder auf seinen eigenen Beinen stehen“, sagte Eurogruppen-Chef Mario Centeno aus Anlass des Programmendes.

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