Vucic soll am 11. November Macron und Trump treffen

Belgrad/Paris (APA) - In der diplomatischen Offensive des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic im Kosovo-Konflikt dürfte es am 11. Novemb...

Belgrad/Paris (APA) - In der diplomatischen Offensive des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic im Kosovo-Konflikt dürfte es am 11. November zu einem Höhepunkt kommen. Wie die Belgrader Tageszeitung „Vecernje novosti“ am Montag berichtete, soll Vucic dann mit seinen Amtskollegen aus Frankreich und den USA, Emmanuel Macron und Donald Trump, in Paris zusammenkommen.

Zu dem Treffen soll es demnach am Rande einer Militärparade zum 100. Jahrestag des Sieges im Ersten Weltkrieg kommen. Vucic erwarte sich davon einen Schritt vorwärts zur Lösung in der Kosovo-Frage, so „Vecernje novosti“. Zuletzt hatte es in Belgrad geheißen, der serbische Präsident hoffe darauf, dass Trump offen „für kreative Lösungen“ sein könnte. Nur wenige Tage vor dem Treffen mit Macron und Trump empfängt Vucic den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Belgrad, wo dieser bei einer Militärparade, ebenfalls zum Jahrestag der Befreiung Belgrads im Ersten Weltkrieg, teilnehmen soll.

Seine Standpunkte zur Kosovo-Frage wird Vucic bereits Ende September bei der Jahrestagung der UNO-Vollversammlung in New York präsentieren. Im Vorfeld der UNO-Generaldebatte wird der serbische Präsident auch nach China reisen, wo er beim Sommertreffen des Weltwirtschaftsforums in Tianjin seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping treffen wird.

Serbiens Staatschef hatte sich kürzlich für eine „Grenzziehung“ mit dem Kosovo ausgesprochen, wobei er nicht erläuterte, was genau darunter zu verstehen wäre. Sein kosovarischer Amtskollege und Verhandlungspartner Hashim Thaci sprach von einer „Grenzkorrektur“. Diese würde nach seinen Worten den Anschluss der drei südserbischen Gemeinden mit mehrheitlich albanischer Bevölkerung an den Kosovo ermöglichen.

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In der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) gibt es laut jüngsten Medienberichten eine breite innenparteiliche Offensive zur Unterstützung des Staatschefs in seinen „Bemühungen um die Lösung der Kosovo-Frage“ - wie auch immer diese aussehen soll - im Gange. Auch in der Bevölkerung genießt Vucic breite Unterstützung.

Vucic kündigte kürzlich an, dass sich die Serben bei einer Volksabstimmung zur künftigen Lösung der Kosovo-Frage äußern würden. Details dazu nannte er nicht. Allerdings erinnerte er seine Landsleute erstmals daran, dass Belgrad im Kosovo seit Jahren keine Befugnisse mehr habe, auch wenn die Unabhängigkeit der früheren Provinz weiter nicht anerkannt werde. An der gemeinsamen Grenze, die Belgrad als „administrative Linie“ bezeichnet, werden seit 2011 Grenzkontrollen durchgeführt.

Der Kosovo hatte im Februar 2008 seine Unabhängigkeit verkündet und wurde bisher von mehr als 100 UNO-Mitgliedstaaten anerkannt.


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