Insta-Repeat: Auf Instagram sieht alles gleich aus

Die Instagram-Seite „Insta_Repeat“ stellt Fotos der User aus der ganzen Welt nebeneinander und zeigt, dass sich vermeintlich individuelle Motive sehr oft wiederholen.

© Screenshot/Instagram/Insta_repea

Von Tjara-Marie Boine

Innsbruck — Füße, die aus einem Zelt schauen und den Blick auf den Sonnenaufgang zeigen. Ein Kaffee-Becher wird vor der Kulisse eines Bergpanoramas in die Höhe gehalten. Eine Klippe ist in Nebel getaucht, auf ihr steht eine Person und schaut in die Ferne. Eine Person steht am Ende eines Stegs und schaut auf das Wasser.

Diese Motive und das Gefühl, immer die gleichen Fotos auf der Fotosharing-Plattform Instagram zu sehen, kennen vermutlich viele. Und der Eindruck, dass die Bilder genau gleich aussehen, täuscht nicht. Individualität auf Instagram wird nicht grade groß geschrieben: Das beweist jetzt der Account „insta_repeat".

Eine Künstlerin und Filmemacherin aus Alaska hat den Account ins Leben gerufen. Die 27-Jährige postet kleine Collagen mit den Bildern von Influencern, die zum Teil fast identisch aussehen. Damit begeistert sie knapp 213.000 Follower. Mit etwas über 15.300 „Gefällt mir"-Angaben ist das beliebteste Motiv das, auf dem eine Person aus einer Kanne Kaffee in einen Becher schüttet. Auf die Idee gekommen sei die Künstlerin, als sie immer wieder das gleiche Bild mit dem roten Haus in Hatchers Pass sah, sagt sie in einem Interview, das sie auf dem Blog Photoshelter via E-Mail gab.

Mit dem Account setzt sie sich kritisch mit der Frage nach Originalität auf der Internet-Plattform auseinander. Denn ironischerweise werden diese Fotos gleichzeitig mit Phrasen wie „liveauthentic" (zu Deutsch: „Lebe authentisch") oder „exploretocreate" (zu Deutsch: „Erkunde um etwas zu erschaffen") gepostet.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

„Ich folge vielen Instagram-Accounts, die in die Ästhetik passen, die ich suche. Dann schaue ich mir alles an und mache Screenshots von den Fotos, die generisch aussehen. Dann sortiere ich sie in Kategorien an meinem Computer und stelle sie zusammen. Das ist wirklich einfach, weil es so viel Material gibt, mit dem man arbeiten kann", sagt die 27-Jährige im Interview.

Natürlich gebe es auch Kritik für die Collagen, allerdings bekomme sie auch viel positives Feedback. „Es ist ermutigend, wenn jemand über sich selbst und "das Spiel" lachen kann. Es erinnert mich daran, dass wir alle unsere Arbeit nicht so ernst nehmen sollten."


Kommentieren


Schlagworte