Drei Hilfsprogramme für Griechenland

Athen/Wien (APA/dpa) - Seit 2010 hat Griechenland nach Angaben des Euro-Rettungsschirms ESM knapp 289 Milliarden Euro an Hilfen erhalten - ü...

Athen/Wien (APA/dpa) - Seit 2010 hat Griechenland nach Angaben des Euro-Rettungsschirms ESM knapp 289 Milliarden Euro an Hilfen erhalten - überwiegend von den europäischen Partnern, aber auch vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Auch nach Auslaufen des dritten Rettungsprogramms profitiert Griechenland noch für Jahre von verlängerten Kreditlaufzeiten sowie Zins- und Tilgungsstundungen.

Laut aktuellem Quartalsbericht des Finanzressorts haftet Österreich noch mit 10,7 Mrd. Euro für Griechenland. Die Haftungen für die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (inklusive Übergarantien) belaufen sich aktuell auf rund 9,455 Mrd. Euro für Kapital. Die Haftungen für Zinsen betragen rund 1,282 Mrd. Euro. Die kumulierten Zinseinnahmen aus den bilateralen Darlehen Österreichs für Griechenland betrugen rund 112,5 Mio. Euro.

1. HILFSPROGRM (2010/11): Die Euro-Partner stellten Athen anfangs bilaterale Kredite bereit. Das erste Rettungspaket umfasste Zusagen von 110 Mrd. Euro an bilateralen Krediten der Euro-Staaten sowie des IWF. Tatsächlich ausgezahlt wurden letztlich 73 Milliarden Euro.

2. HILFSPROGRAMM (2012-15): Der vorübergehende Rettungsschirm EFSF stellte zusammen mit IWF-Hilfen laut ESM 153,8 Mrd. Euro bereit. Dafür hat sich der Fonds am Kapitalmarkt Geld beschafft. Private Anleger haben also in Anleihen des EFSF investiert, diese Papiere wurden von den Geberländern besichert.

3. HILFSPROGRAMM (2015-18): Das kam vom dauerhaften Rettungsschirm, dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Aus dem dritten Programm wurden vom ESM 61,9 Mrd. Euro an Griechenland gezahlt, der IWF war finanziell nicht beteiligt. Für die vom ESM auf dem Kapitalmarkt aufgenommenen Mittel übernehmen die Euro-Länder keine Gewährleistungen. 2,2 Mrd. Euro hat Österreich als Stammkapital an den ESM eingezahlt.

Im Rahmen zusätzlicher Schuldenerleichterungen wurden Athen eine Verlängerung von Krediten um zehn Jahre sowie die Stundung von Zinsen und Tilgungszahlungen gewährt. ESM-Kredite etwa müssen von 2034 an bis 2060 zurückgezahlt werden, auch bei EFSF-Darlehen gibt es mehr Zeit. Das Volumen der zusätzlichen Zinsstundung über zehn Jahre ist laut deutschem Finanzministerium abhängig von der Zinsentwicklung und werde derzeit auf eine Größenordnung von rund 34 Mrd. Euro geschätzt. Die Hilfen sind an Reform- und Sparauflagen in Griechenland geknüpft.


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