Tirol setzt bei Getreide auf alte Sorten aus der Genbank

Die Getreideernte ist in Tirol nun weitgehend abgeschlossen. Obwohl die Qualität in Ordnung ist, liegt die Ernte aufgrund der Trockenheit in...

© Foto TT / Rudy De Moor

Die Getreideernte ist in Tirol nun weitgehend abgeschlossen. Obwohl die Qualität in Ordnung ist, liegt die Ernte aufgrund der Trockenheit in diesem Jahr deutlich unter dem Durchschnitt. Ein Grund für das Land, auf bewährte Landsorten aus der Genbank zurückzugreifen.

„Die Vielfalt der Eigenschaften alter Landsorten kann durch klassische Züchtungsmethoden nutzbar gemacht werden", betont Christian Partl vom Fachbereich Versuchswesen und Genbank des Landes bei einem Lokalaugenschein in Zirl. „Einige Landsorten trotzen zum Beispiel der Trockenheit, andere sind resistent gegen gewisse Pflanzenkrankheiten."

Wer bei dem Begriff „Genbank" an genetische Manipulation denkt, muss eines Besseren belehrt werden: Denn in Tirol ist durch das 2005 eingeführte Gentechnik-Vorsorgegesetz der Anbau von gentechnisch veränderten Organismen verboten. „Wir greifen stattdessen auf alte Landsorten zurück, die vor 50 bis 70 Jahren angebaut wurden. Durch das Saatgut aus der Genbank werden alte Schätze aus Tirol und der Umgebung (Vorarlberg, Salzburg, Bayern und Trentino) hervorgeholt", erklärt LHStv. Josef Geisler. In der Genbank lagere derzeit keimfähiges Material von rund 1000 verschiedenen Landsorten, 700 davon seien Getreidesorten.

„Es ist nicht die Aufgabe des Landes, dieses Getreide anzubauen. Aber wir leisten mit unserer Erhaltungszüchtung Hilfe", sagt Klaus Wallnöfer, Vorstand der Abteilung landwirtschaftliches Schulwesen, Jagd und Fischerei. In Tirol wurden 2017 sechs alte Getreidesorten auf 700 Hektar angebaut. Fünf davon waren Tiroler Sorten. (win)


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