Mögliche Partei von slowakischem Präsident in Umfragen bei 20 Prozent

Bratislava (APA) - Eine mögliche Partei um den slowakischen Staatspräsidenten Andrej Kiska erreicht laut Umfragen 20 Prozent. Das berichtete...

Bratislava (APA) - Eine mögliche Partei um den slowakischen Staatspräsidenten Andrej Kiska erreicht laut Umfragen 20 Prozent. Das berichtete das Onlineportal aktuality.sk laut der tschechischen Nachrichtenagentur CTK am Montag. Experten warnen allerdings vor der Ungenauigkeit solcher Wählerumfragen.

Die nun ermittelten Werte zeigen nur eine theoretische Wählerunterstützung, die sich bei der tatsächlichen Wahl nicht bewahrheiten müsse, so die Experten weiter.

Im Mai 2018 hatte der 55-Jährige bekannt gegeben, dass er eine erneute Kandidatur für den Präsidentenposten ausschließe, sich aber weiter in der Politik engagieren wolle. Zur Entscheidung hätten ihn mehrere Umstände geführt, erklärte Kiska damals. Er nannte sein Familienleben und die „arrogante Reaktion“ der Regierung auf den Mord am Investigativjournalisten Jan Kuciak und dessen Verlobten als Gründe.

„Den politischen Kampf, den ich 2014 eingeleitet habe, sehe ich nicht als beendet an“, sagte er. Für den Beginn einer neuen, besseren politischen Ära im Land sei ein Regierungswechsel zu wenig, die Slowakei brauche eine Änderung des Regierungsstils. Er selbst fühle in dieser Hinsicht „persönliche Verantwortung“ dazu beizutragen.

Noch im April hatte er die Gründung einer eigenen Partei noch klar ausgeschlossen. Beobachter sehen jetzt seine Vertrauenswürdigkeit extrem gefährdet, was seinen weiteren politischen Plänen sehr schaden könnte. Ein Rücktritt des Präsidenten wird aber nicht angenommen.

Kiska war als parteiloser Kandidat bei den Präsidentenwahlen 2014 für eine fünfjährige Amtszeit gewählt worden. Dabei schlug der ostslowakische Millionär und Philanthrop den langjährigen Premier Robert Fico bei der Stichwahl. Die nächsten Präsidentenwahlen sind in der Slowakei für März 2019 geplant.


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