Alpbacher Gesundheitsgespräche - Wien will Geld „in eine Hand“

Wien/Alpbach (APA) - Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und der Wiener Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres wollen die Gesundheits...

Wien/Alpbach (APA) - Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und der Wiener Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres wollen die Gesundheitsreform 2013/2017 durch die Bundesregierung mit Entschiedenheit weiter getrieben sehen. Sie wünschen eine Vereinheitlichung der Finanzierung des Gesundheitswesens „in eine Hand“, erklärten sie Montagnachmittag bei einem Hintergrundtermin am Rande der Alpbacher Gesundheitsgespräche.

„Wir müssen im Gesundheitswesen eine klare Dienstleistungsrolle entwickeln - mit einer sehr klaren Patienten-Kunden-Orientierung. Wie komme ich dahin, dass die Spitäler und der niedergelassene Bereich optimal zusammenarbeiten? Da kommt automatisch die Finanzierungsfrage. Wo ist die zentrale Steuerung? Wir müssen eine zentrale Steuerungseinheit schaffen“, sagte Hacker.

Szekeres, auch Präsident der Österreichischen Ärztekammer, verwies auf ein seit Jahren vorliegendes Konzept der Ärztekammer für die Finanzierung des Gesundheitswesens im niedergelassenen Bereich. „Das Konzept sah die Zusammenlegung der Gelder der Krankenversicherung für den niedergelassenen Bereich und der Gelder für die Spitalsambulanzen vor.“

Hacker will noch weiter gehen. In den Quasi-Wiener-Topf - dies würde letztendlich die reale Umsetzung der Ideen der aktuellen Gesundheitsreform bedeuten - sollten jene Finanzen kommen, welche die Sozialversicherung für die Wiener Spitäler (vor allem für die Ambulanzen; Anm.) zahlt, die Aufwendungen der Krankenkassen für den niedergelassenen Bereich (Ärzte etc.), die Finanzierungsbeiträge der Stadt Wien und die Zahlungen des Bundes. Damit könnte nicht nur ideell über Zielsteuerungsvereinbarungen, sondern auch faktisch ein zentrales Management unter Berücksichtigung der Interessen und Aufgaben aller Beteiligten erfolgen.

Szekeres sieht in bereits erfolgten Kooperationen von Stadt Wien und Wiener Gebietskrankenkasse für ein solches Modell Vorläufermodelle, welche breiter ausgerollt werden könnten. Ein Beispiel sei die Zusammenarbeit im Bereich der kinderärztlichen Versorgung in Grippezeiten gewesen. Bei der jüngsten Kassenvertragsvereinbarung zwischen Wiener Ärztekammer und Wiener Gebietskrankenkasse sei es auch zu Modellen unter Ko-Finanzierung aus Geldern der Stadt Wien gekommen.

Für die Umsetzung der Gesundheitsreform sei jetzt die Frage, wie auf Bundesebene eine von der schwarz-blauen Regierung angepeilte Strukturreform bei AUVA und den anderen Sozialversicherungsträgern aussehen werde. Für die sogenannte „Ausgabenbremse“ im Bereich der Sozialversicherung müsse Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) „Klarheit“ darüber herstellen, wofür die Regelung gelte. „Das ist eine zentrale Fragestellung“, sagte Hacker. „Hat die Regierung damit auf die Stopptaste gedrückt, haben wir ein ganz massives Problem.“ Die Nagelprobe werde schon 2018/2019 mit der Frage kommen, wie die „Reform der Sozialversicherung gezimmert“ werde.


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