Polens Regierung will Reparationsforderungen vorantreiben

Oswiecim (Auschwitz) (APA/dpa/AFP) - Polens nationalkonservative Regierung will das Thema Reparationsforderungen weiter vorantreiben. „Darüb...

Oswiecim (Auschwitz) (APA/dpa/AFP) - Polens nationalkonservative Regierung will das Thema Reparationsforderungen weiter vorantreiben. „Darüber muss man weiter reden“, sagte Außenminister Jacek Czaputowicz am Montag nach einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas in Polen. In seinem Land fühlten sich viele Menschen benachteiligt, erklärte der polnische Chefdiplomat.

„Es gibt ein Gefühl, dass Polen ungerecht behandelt worden ist, wenn man vergleicht, welche Schäden Polen im Zweiten Weltkrieg davongetragen hat und welche Entschädigungszahlungen es im Vergleich zu anderen Ländern bekommen hat“, sagte Czaputowicz. „Wir sehen hier auffällige Missverhältnisse.“

In Polen waren seit vergangenem Sommer aus Kreisen der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit PiS wiederholt Forderungen nach Entschädigungszahlungen aus Deutschland laut geworden. Offizielle Ansprüche der Warschauer Regierung gab es bisher nicht.

Maas besuchte am Montag vor dem Treffen mit Czaputowicz die KZ-Gedenkstätte Auschwitz und erinnerte dabei an die deutsche Verantwortung für den Mord an Millionen Menschen durch die Nationalsozialisten. „Für mich ist Auschwitz die immerwährende Mahnung, für die unantastbare Würde des Menschen weltweit einzustehen - persönlich wie politisch“, so der SPD-Politiker.

„Wir müssen die Erinnerung an die unfassbaren Gräueltaten wachhalten, auch für die nachfolgenden Generationen“, fügte er hinzu. In Auschwitz wurden mehr als 1,1 Millionen Menschen ermordet, die meisten davon waren Juden.

Maas hob auch die Bedeutung der deutsch-polnischen Beziehungen hervor. „Polen ist für uns heute nicht nur Nachbar, sondern geschätzter Freund und wichtiger Partner in Europa“, sagte er. Berlin und Warschau führten „einen engen und intensiven Austausch“, so der Minister.


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