Apotheker wollen Kunden mehr beraten

„Lade auf, Lade zu. Mehr nicht“, solle als Motto der Arbeit in den Apotheken der Vergangenheit angehören.

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Alpbach – Die rund 1400 österreichischen Apotheken wollen in Gesundheitsfragen mehr beraten. Der vor kurzem eingeführte rezeptfreie HIV-Selbsttest könne hier ein Beispiel sein, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz am Rande der Alpbacher Gesundheitsgespräche.

„HIV ist ein klassisches Beispiel für eine chronische Erkrankung. Je früher die Diagnose erfolgt, desto eher kommen die Leute zum Arzt und bekommen eine Therapie“, sagte die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, Ulrike Mursch-Edlmayr. Man habe sich bei Vorhandensein des Heimtests auf eine HIV-Infektion sofort mit allen Partnern im Gesundheitssystem zusammengesetzt und gemeinsam Informations- und Ausbildungsmaterial erstellt. Man wolle den Beratungsservice in den Apotheken weiter ausbauen. „Lade auf, Lade zu. Mehr nicht“, solle als Motto der Arbeit in den Apotheken der Vergangenheit angehören.

„Sachen wie der Selbsttest sind enorm wichtig. Österreich ist zwar ein ‚Weltmeister‘ im (HIV-)Testen. Letztendlich sind wir aber Schlusslicht in der EU – es dauert im Durchschnitt 3,8 Jahre, bis ein Betroffener eine HIV-Diagnose bekommt“, sagte Life-Ball-Organisator Gery Keszler. Bei Testkäufen in Apotheken sei man allerdings mit sehr unterschiedlichen Beratungsmodalitäten konfrontiert gewesen. „Von fundierter Aufklärung“ bis zur bloßen Frage „Möchten‘s ein Sackerl?“

„Primär sollte man besser und mehr aufklären über die Gefahr einer Infektion und über die Prävention. Ich kann mich (vor HIV; Anm.) schützen und ich soll mich schützen. Und wenn, dann sollte man seinen HIV-Status so früh wie möglich wissen und in Behandlung kommen“, betonte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres. FPÖ-Nationalratsabgeordneter und Apotheker Gerhard Kaniak verwies darauf, dass Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein die Aufnahme des HIV-Tests in die Gesundenuntersuchung angekündigt habe. (APA)


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