Russland und Zentralafrika vereinbarten militärische Kooperation

Moskau/Bangui (APA/AFP) - Russland und die Zentralafrikanische Republik haben am Dienstag ein Abkommen über militärische Zusammenarbeit unte...

Moskau/Bangui (APA/AFP) - Russland und die Zentralafrikanische Republik haben am Dienstag ein Abkommen über militärische Zusammenarbeit unterzeichnet. Die Vereinbarung werde helfen, „die Beziehungen im Verteidigungsbereich zu stärken“, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen am Rande einer Militärmesse außerhalb Moskaus.

Die Zentralafrikanische Republik sei ein „aussichtsreicher Partner auf dem afrikanischen Kontinent“, fügte Schoigu nach einem Treffen mit seiner zentralafrikanischen Amtskollegin Marie-Noelle Koyara hinzu. Laut Koyara konzentriert sich das Abkommen vor allem auf den Aufbau der zentralafrikanischen Armee. Details wurden allerdings nicht bekannt.

Die Zentralafrikanische Republik ist eines der ärmsten und instabilsten Länder der Welt. Das Land war ins Chaos gestürzt, als Rebellen 2013 nach dem Sturz des Präsidenten Francois Bozize die Macht übernommen hatten. Trotz der Präsenz von 13.000 UN-Soldaten ist ein Großteil des Landes weiter unter der Kontrolle bewaffneter Gruppen.

Im vergangenen Jahr hob die UNO exklusiv für Russland ein 2013 ausgesprochenes Waffenembargo gegen Bangui auf. Seitdem hat Moskau militärische und zivile Ausbilder und Ausrüstung in das zentralafrikanische Land gesandt, zudem stellt es die Leibgarde für Präsident Faustin-Archange Touadera. Experten gehen davon aus, dass es sich bei den 170 „zivilen Ausbildern“ um Mitglieder der privaten russischen Söldnergruppe Wagner handelt.

Die Gruppe Wagner wurde von dem früheren russischen Geheimdienstoffizier Dmitri Utkin gegründet. Auch wenn private militärische Kampfgruppen in Russland offiziell verboten sind, soll die Gruppe Wagner seit Jahren sowohl in der Ost-Ukraine an der Seite prorussischer Separatisten als auch in Syrien auf Seiten von Syriens Machthaber Bashar al-Assad kämpfen.

Vor drei Wochen waren drei russische Journalisten im Zentrum von Zentralafrika getötet worden, die dort angeblich zu den Aktivitäten der Schattenarmee recherchierten. Nach offiziellen Angaben aus Moskau und Bangui wurden der erfahrene Kriegsreporter Orchan Jemal, sein Kollege Alexander Rastogujew und der Kameramann Kirill Radtschenko bei einem Überfall von Banditen getötet.

Der ehemalige Ölmagnat und Kremlkritiker Michail Chodorkowski, der die Recherche über sein Zentrum für Investigationsmanagement finanziert hatte, zweifelt allerdings an dieser Version. Seine Untersuchungen hätten ergeben, dass die Behauptungen „einer genaueren Prüfung nicht standhalten“.

Das Abkommen mit Bangui reiht sich ein in die jüngsten Bemühungen Moskaus, sein geopolitisches Engagement in Afrika wieder zu intensivieren. Schoigu unterzeichnete am Dienstag eine ähnliche Vereinbarung mit Burkina Faso, das er ebenfalls als „aussichtsreichen Partner“ bezeichnete - insbesondere beim Kampf gegen den Terrorismus.


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