Atomenergiebehörde sieht keine Denuklearisierung in Nordkorea

US-Präsident Donald Trump hatte sich auf die Fahnen geheftet, nach einem Treffen mit Nordkoreas Staatsschef Kim Jong-un die vollständige Denuklearisierung des Landes erreicht bzw. eingeleitet zu haben. Internationale Beobachter sehen das Gegenteil: Demnach wurde das Atomprogramm fortgesetzt und weiterentwickelt.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un gibt bei einem Baustellenbesuch Anweisungen (Archivfoto).
© REUTERS/KCNA

Pjöngjang/Wien – Nordkorea hat nach Ansicht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO (IAEA) seine nuklearen Aktivitäten nicht eingeschränkt. „Die Fortsetzung und weitere Entwicklung des Nuklearprogramms der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea ist äußerst besorgniserregend“, heißt es in einem Jahresreport der IAEA zu Nordkorea.

Der Report bezieht sich auch auf die Zeit nach den Gipfeltreffen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in sowie US-Präsident Donald Trump. Kim hatte bei beiden Treffen seine Bereitschaft zur „kompletten Denuklearisierung“ der koreanischen Halbinsel betont. Es gab aber nach dem Treffen mit Trump keine konkreten Zusagen, wie und bis wann abgerüstet werden sollte.

IAEO fordert Kooperation von Nordkorea

Die Atomenergiebehörde protokolliert in dem Bericht die Entwicklung in Nordkorea, von einem Stopp jedweder nuklearer Aktivitäten kann die IAEA dabei aber nicht berichten. Die IAEA macht in ihrem Bericht zudem deutlich, dass ihr Wissen über die Atomaktivitäten in Nordkorea kleiner werde, da es weiterhin keine Möglichkeiten zur Nachprüfung vor Ort gebe. IAEA-Chef Yukiya Amano forderte Nordkorea daher dazu auf, mit seiner Behörde zu kooperieren.

Bereits Ende Juli gab es Hinweise darauf, dass Nordkorea auch weiterhin an seinem Atomprogramm festhalte. Geheimdienste in den USA hätten Hinweise darauf, dass Nordkorea in einer Forschungseinrichtung nahe Pjöngjang möglicherweise eine bis zwei neue Interkontinentalraketen baue, die potenziell amerikanisches Festland erreichen könnten, berichtete die „Washington Post“ unter Berufung auf Regierungsbeamte.

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Trotzdem gab das US-amerikanische Außenministerium letzte Woche bekannt, dass die Gespräche mit Nordkorea in „eine gute Richtung verlaufen“. Führende Vertreter Nord- und Südkoreas sollen im September bei einem weiteren Gipfeltreffen in Pjöngjang erneut aufeinandertreffen. (APA/dpa/AFP)


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