FMA warnt Anleger vor Immobilienanleihen - sind keine Immobilien

Wien (APA) - Die Niedrigzinspolitik bringt viele Kleinanleger dazu, sich Immobilien als Anlageform anzusehen. Unter anderem greifen sie zu „...

Wien (APA) - Die Niedrigzinspolitik bringt viele Kleinanleger dazu, sich Immobilien als Anlageform anzusehen. Unter anderem greifen sie zu „Immobilienanleihen“. Eine Investition in Immobilienanleihen dürfe aber nicht mit einer Investition in Immobilien verwechselt werden, stellte die FMA am Dienstag klar. Es seien lediglich Anleihen von Unternehmen, die mit Immobilien zu tun haben.

Der Begriff „Immobilienanleihe“ habe keine rechtliche Bedeutung, so die Finanzmarktaufsicht. Mit der eigentlichen Immobilie hätten diese Anleihen nichts zu tun. Es handle sich lediglich um reguläre Anleihen, die von Unternehmen, deren Kerngeschäft beispielsweise der Bau, der Erwerb, die Entwicklung und/oder die Verwaltung von Immobilien ist, ausgegeben werden. Die von realen Immobilien erwartete Sicherheit sei bei dieser Anlageform oft nicht gegeben.

Der Großteil der für Kleinanleger zugänglichen Anleihen sei unbesichert - es seien daher keine zusätzlichen Sicherheiten hinterlegt. Wird der Ausgeber der Anleihe zahlungsunfähig, hafte er zwar mit seinem gesamten Vermögen, das reiche in der Regel aber nicht aus, um die möglichen finanziellen Schäden der Anleger zu decken.

Auch unterlägen die Emittenten der Immobilienanleihen im Normalfall keiner Solvenzaufsicht durch die FMA. Die Solvenzaufsicht soll sicher stellen, dass die Ausgeber jederzeit zahlungsfähig sind und ihren vertraglichen Verpflichtungen nachkommen können. Ist die Anleihe auch für Kleinanleger bestimmt, müsse ab einem Emissionsvolumen von zwei Mio. Euro ein Wertpapierprospekt vorgelegt werden, der über alle Risiken der Anleihe aufkläre, informiert die FMA.

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Der FMA zufolge sind in Österreich 189 verschiedene Immobilienanleihen von 82 Emittenten mit einem geplanten Volumen von knapp 6,5 Mrd. Euro ausständig. Das Volumen der tatsächlich platzierten Anleihen könnte jedoch auch niedriger sein.

~ WEB http://www.fma.gv.at ~ APA309 2018-08-21/15:15


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