Lange Wartezeit für neue Gondelbahn am Spieljoch

Am Spieljoch schießen neue Attraktionen wie Schwammerln aus dem Boden. Nur die 3S-Verbindungsbahn fehlt.

Neben dem altbewährten Spielplatz hat Heinz Schultz noch einige neue Attraktionen am Spieljoch gebaut.
© Fankhauser Eva-Maria

Fügen – Schon im Winter hat sich gezeigt, dass am Spieljoch kaum etwas so geblieben ist, wie es vor der Übernahme durch die Schultz-Gruppe war. Auch beim Sommerprogramm hat sich viel getan. Die letzten Puzzleteile – Flying Fox und Nepalbrücke – gehen heute in Betrieb. Seilbahner Heinz Schultz ist zufrieden. Doch noch ist er mit dem Fügener Hausberg nicht „fertig“.

Schon früher trumpfte die Spieljochbahn teils mehr mit den Sommer- als den Winterzahlen auf. Sind die Bergfahrten heuer durch das neue Angebot mehr geworden?

Heinz Schultz: Wir sind zu einer Steigerung im Vergleich zu den vorigen Jahren gekommen. Es sind durchschnittlich 1500 bis 2000 Leute pro Tag am Berg.

Wie wurde das Sommerangebot am Berg erweitert?

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Schultz: Es gibt ein kleines Kinder-Bergwerk, eine Nepalbrücke, Hochseilgarten, Flying Fox, Kletterwände oder den Rundwanderweg um den Speicherteich mit Erholelementen u. v. m. Aber auch der Kindergarten für Gäste und Mitarbeiter wird gut angenommen.

Im Tal ist es auch mehr geworden. Der Parkplatz wurde vergrößert. Warum wurde keine Tiefgarage gebaut?

Schultz: Man hat die Flächen, die vorhanden waren, aber nicht genutzt wurden, hergerichtet und eine Fläche dazugekauft. Eine Tiefgarage war kein Thema, wenn, dann ein Parkhaus. Aber das kommt erst mit der 3S-Bahn. Das würden wir rechts oberhalb der Talstation in den Hang einpassen.

Wie sieht es denn nun mit der 3S-Bahn aus? Ist das Projekt schon eingereicht?

Schultz: Wir haben die ersten Teile eingereicht und kriegen demnächst die ersten positiven Ergebnisse. Jetzt haben wir gerade die Luftfahrt abgearbeitet. Aber bis das gesamte Projekt genehmigt ist, vergehen sicher noch zwei Jahre.

Laut Auskunft des Ministeriums wurde das Projekt bisher nicht eingereicht.

Schultz: Nein, so weit sind wir noch nicht. Bis wir beim Ministerium ankommen, vergehen noch zwei Jahre. Die Bauzeit wird bei eineinhalb bis zwei Jahren liegen.

Man hört immer wieder Gerüchte, dass das benachbarte Skigebiet Hochfügen einen Einspruch gegen das Projekt erheben könnte. Was denken Sie darüber?

Schultz: Das glaube ich nicht. Man hat sich zusammengeredet und die Verbindungsbahn miteinander abgestimmt.

Sie haben schon viele Bahnen geplant. Was ist das Besondere an der 3S-Bahn?

Schultz: Die 3S-Bahn ist hinsichtlich der Größe der Investition und der Baustelle etwas Besonderes. Für uns ist das Projekt eine spannende Geschichte und auch eine finanzielle Herausforderung.

Wie hoch wird die Herausforderung denn?

Schultz: Das kann man noch nicht sagen – erst nach dem Verfahren. Wollen Sie Summen hören?

Ja, natürlich.

Schultz: Der gesamte Zusammenschluss wird sicher 70 Mio. Euro kosten.

Wo liegen beim Projekt die technischen Herausforderungen?

Schultz: Da gibt es viele. Bei der Luftfahrt muss man z. B. schauen, wie man die Behinderung berücksichtigt. Es sind drei Stützen geplant, und da ist es wichtig, wie das Seil gespannt und die Luftsicherheit gewährleistet wird. Das haben wir mit der Behörde lange erarbeitet. Fix ist, dass wir keine dauerhafte Beleuchtung brauchen. Da hat man andere Vorkehrungen getroffen.

Und welche?

Schultz: Responder werden in die Stützen eingebaut und warnen die Flugobjekte früh genug.

So ganz im Zeitplan, wie von der Gemeinde Fügen veranschlagt, liegen Sie ja nicht mehr. Der Baustart 2019 geht sich nicht aus.

Schultz: Man muss das Ganze ja genehmigen lassen und man kann nicht schneller als die Behörden arbeiten. Der Baustart gilt vorbehaltlich der Genehmigungsfristen.

Wie sieht es eigentlich mit einem Zusammenschluss mit dem Kellerjoch aus?

Schultz: Das ist derzeit kein Thema.

Wieso?

Schultz: Das steht jetzt nicht im Fokus. Wir schließen jetzt einmal Spieljoch mit Hochzillertal und Hochfügen zusammen.

Was ist mit den Zusammenschlussplänen von Hochfügen in Richtung Weerberg? Wie groß ist Ihr Interesse daran?

Schultz: Wenn es sich ergibt, redet man schon mit den Kollegen darüber, aber ich bin mit mir selber grundsätzlich genug beschäftigt.

Das Interview führte Eva-Maria Fankhauser


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