Gründerin der „Großmütter des Mai-Platzes“ in Argentinien gestorben

Buenos Aires (APA/dpa) - Eine der Gründerinnen der argentinischen Menschenrechtsorganisation „Großmütter des Mai-Platzes“ ist 94-jährig gest...

Buenos Aires (APA/dpa) - Eine der Gründerinnen der argentinischen Menschenrechtsorganisation „Großmütter des Mai-Platzes“ ist 94-jährig gestorben, ohne ihre während der Militärdiktatur verschleppte Enkelin wiedergefunden zu haben. Maria Isabel „Chicha“ Mariani hatte 1977 zusammen mit weiteren elf Großmüttern verschleppter oder in Haft geborener Kinder „Abuelas de Plaza de Mayo“ gegründet. Sie starb am Montag, wie die Menschenrechtsorganisation mitteilte.

Die Enkelin von Mariani wurde 1976 im Alter von drei Monaten entführt. Ihre Mutter und weitere vier Mitglieder der Untergrundorganisation „Montoneros“ waren zuvor in einer Wohnung in La Plata, 50 Kilometer südlich von Buenos Aires, von einem Militärkommando erschossen worden. Der Vater des Kindes wurde ein Jahr später ebenfalls getötet.

„Abuelas de Plaza de Mayo“ hat bisher 128 der verschleppten Enkelkinder wiedergefunden. Sie waren von Schergen der Militärregierung (1976-1983) unter falschem Namen zur Adoption freigegeben worden. Nach über 300 Menschen wird noch gesucht. Mariani war von 1983 bis 1989 Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation.

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