„Ein normaler Mensch schaut nicht in den Rückspiegel“

Erstmals nach 27 Monaten droht Tennis-Star Dominic Thiem der Rausfall aus den Top Ten. Vor den US Open plagen den Österreicher Krankheiten.

Nach Krankheit und Verletzung sucht Dominic Thiem den Weg zurück in die Erfolgsspur.
© gepa

New York – Die US-Metropole New York, die Stadt der Träume, könnte für Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem heuer eine der Albträume werden. Ein hartnäckiger Virus lässt den 24-jährigen Niederösterreicher nicht zur Ruhe kommen – auch nicht vor den US Open, dem vierten und letzten Grand Slam (ab kommendem Montag).

Bereits seit dem von den heimischen Fans sehnsüchtig erwarteten Auftritt bei den Generali Open in Kitzbühel kämpft der zehnfache ATP-Turniersieger mit der Gesundheit. Dem Auftakt-Aus in der Gamsstadt gegen den späteren Turniersieger Martin Klizan (SVK) folgte sogleich ein Aus zum Start des Masters von Toronto (CAN). Kurz danach musste Thiem wegen einer „klassischen Verkühlung“ auch noch für das Turnier in Cincinnati (USA) passen.

In fünf Turnieren nur drei Siege

Günter Bresnik führt den Weltranglisten-Neunten, der erst am Sonntag erstmals wieder Bälle schlug, dieser Tage mit vorsichtigem Trainingsbeginn wieder zurück Richtung Wettkampftennis.

Die vollständige Gesundung steht im Vordergrund, auch bei den US Open wird man nicht um jeden Preis antreten. Dennoch hat Österreichs zehnfacher Turniersieger seit Roland Garros, wo er mehrmals sein bisher überhaupt bestes Tennis gezeigt hat, alles andere als überzeugt: noch müde von Paris in Halle nach einem Sieg out, in Wimbledon in Runde eins am Rücken verletzt ausgeschieden. Dann verlor er nach zwei Siegen in Hamburg im Viertelfinale in zwei knappen Tiebreaks und topgesetzt in Kitzbühel folgte ein hauchdünnes Auftakt-Aus wie danach auch in Toronto. Die nackten Zahlen: in fünf Turnieren nur drei Siege.

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US Open - Qualifikation

Herren, 1. Runde: Dennis Novak (AUT-25) - Quentin Halys (FRA) 6:1,6:3, Thomas Fabbiano (ITA/7) – Lucas Miedler (AUT) 6:2,7:5, Sebastian Ofner (AUT) - Nino Serdarusic (CRO) 3:6,7:6(5),6:2, Simone Bolelli (ITA-29) - Maximilian Neuchrist (AUT) 7:5,5:7,7:5.

Mittwoch:

Jürgen Melzer (AUT) – Kenny de Schepper (FRA).

Dass Thiem dadurch im Ranking langsam an Boden verliert, ist eine logische Folge. Sollte Thiem nicht in Flushing Meadows den Turn­around schaffen, dann blüht ihm der erstmalige Rausfall aus den Top Ten seit 6. Juni 2016. Sein Coach Günter Bresnik hält von solchen Ansagen nichts. „Das passiert sowieso irgendwann einmal. Das sind alles Dinge, mit denen ich mich nicht beschäftigen soll. Ein normaler Mensch schaut nicht in den Rückspiegel, der fährt einmal vorneweg. Ich bin kein Rückspiegel-Schauer“, erklärte Bresnik.

Sein zweiter Schützling Dennis Novak schaffte gestern souverän den Einzug in die zweite Runde der US-Open-Qualifikation. Der Niederösterreicher besiegte den Franzosen Quentin Halys 6:1, 6:3. Draußen ist indes Landsmann Lucas Miedler nach dem 2:6, 5:7 gegen den Italiener Thomas Fabbiano. Maximilian Neuchrist und Sebastian Ofner waren in der Nacht im Einsatz – Jürgen Melzer spielt heute. „Wäre schön, wenn ich noch einmal die Qualifikation schaffe“, so der 37-Jährige. (rost, APA)


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