Mordprozess um erstochene Schwester in Wien-Favoriten eröffnet

Wien (APA) - Unter regem medialen Interesse hat am Dienstag in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Schwurgerichtssaal am Landesgericht...

Wien (APA) - Unter regem medialen Interesse hat am Dienstag in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Schwurgerichtssaal am Landesgericht der Prozess gegen einen gebürtigen Afghanen begonnen, der am 18. September 2017 in der Puchsbaumgasse in Wien-Favoriten seine jüngere Schwester vorsätzlich mit einem Kampfmesser getötet haben soll. Auf die Frage nach seinem Alter erwiderte der Angeklagte, er sei 19.

„Dieses Alter wurde mir von meinen Eltern gesagt. Es wurde hier auch angenommen“, erklärte der äußerlich deutlich älter als 19 wirkende Mann, der seinen Angaben zufolge seit fünf Jahren in Österreich lebt. Die Staatsanwaltschaft unterstellt ihm einen Ehrenmord. Die jüngere Schwester des Mannes hätte „nach Ansicht des Angeklagten die Familienehre befleckt“, heißt es in der Anklageschrift.

Im Fall eines anklagekonformen Schuldspruchs drohen dem einem Gutachten zufolge inzwischen 22-Jährigen zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft. Verteidiger Nikolaus Rast akzeptierte das Gutachten allerdings weiterhin nicht. Sein Mandant sei am 1. Jänner 1999 geboren, daher sei in diesem Fall das für junge Erwachsene vorgesehene Jugendstrafrecht anzuwenden, das für Mord maximal 15 Jahre Haft vorsieht, argumentierte der Anwalt, nachdem die Geschworenen ihren Eid abgelegt hatten. Rast lehnte daher das Schwurgericht (Vorsitz: Stefan Apostol) wegen falscher Zusammensetzung ab und beantragte den Abbruch der Verhandlung.

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