Radsport: ÖRV-Quartett hat bei Vuelta auch Heim-WM im Blick

Wien (APA) - Vier Österreicher sind bei der am Samstag in Malaga startenden Spanien-Radrundfahrt engagiert. Georg Preidler (Team Groupama), ...

Wien (APA) - Vier Österreicher sind bei der am Samstag in Malaga startenden Spanien-Radrundfahrt engagiert. Georg Preidler (Team Groupama), Lukas Pöstlberger (Bora), Hermann Pernsteiner (Bahrain) und Matthias Brändle (Trek) sind bei der Vuelta vor allem Helferaufgaben zugedacht - aus Sicht des Quartetts ist es aber auch eine perfekte Vorbereitung auf die erhoffte Teilnahme an der WM in Innsbruck.

Der ÖRV-Kader für das Straßenrennen, den Höhepunkt der Heim-WM, umfasst neun Profis, nur sechs dürfen am 30. September zum 258-km-Bewerb antreten. Nationaltrainer Franz Hartl will bis 16. September seine Auswahl treffen. Preidler, zuletzt bei der Polen-Rundfahrt (WorldTour) Etappensieger, hat beste Karten. „Eine dreiwöchige Rundfahrt ist sicher die optimale Vorbereitung, man muss nur aufpassen, dass man sich nicht abschießt“, sagte der Steirer der APA.

Die ihm zugedachte Rolle bei der 21-Etappen-Fahrt (3.254 km) sollte jedoch verhindern, dass Preidler seine Reserven aufbraucht. Der 28-Jährige wird bei seiner zweiten großen Rundfahrt des Jahres (und der insgesamt achten) wie im Giro d‘Italia den Franzosen Thibaut Pinot unterstützen. „Wir haben aber keinen großen Druck“, erklärte Preidler. Ein Etappensieg oder ein Top-Ten-Platz durch die Nummer 1 würde das Team zufriedenstellen.

Für 2019 erhofft sich Preidler aber vermehrt freie Fahrt für sich selbst. „Da kann ich öfter eigene Chancen wahrnehmen. Das Team hat jetzt gesehen, dass ich auch gewinnen kann.“

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Der Oberösterreicher Pöstlberger hat seine Qualitäten im Vorjahr zum Auftakt-Etappensieg im Giro d‘Italia genutzt. Bei der Premiere in Spanien wird aber seine Arbeit für die Chefs im Team im Vordergrund stehen. Es gilt, Dreifach-Weltmeister Peter Sagan und den Anwärter auf das Gesamtklassement zu unterstützen.

„Eventuell bekomme ich auch Freiheiten für Spitzengruppen“, hofft der 26-Jährige vor seiner zweiten „Grand Tour“ der Saison. „Aber ich bin gut im Flachen und auch in den Bergen nicht schlecht, darum ist meine Helferrolle sehr gefragt“, sprach der ÖRV-Staatsmeister ein „Problem“ an. „Aber weil Sagan sehr gute Chancen auf Siege hat, stelle ich mich gerne in seinen Dienst.“ Der Slowake hatte bei der Tour de France, u.a. geführt von Pöstlberger, drei Etappen und die Punktewertung (Grünes Trikot) gewonnen.

Für den erst heuer in ein WorldTour-Team gewechselten Pernsteiner ist es die erste Drei-Wochen-Rundfahrt der Karriere. Der Zweite der Österreich-Tour hat seit Mitte Juli vor allem trainiert - in der Höhe von Livigno und zuletzt in der Hitze in der Heimat. Auch seine Gedanken sind schon bei der Heim-WM. „Das ist das große Ziel. Ich denke, dass mir die Strecke sehr gut liegt, ich hoffe, dass ich nominiert werde“, erklärte der 28-jährige Ex-Mountainbiker.

Bedenken, dass die erstmalige Belastung über drei Wochen zu groß werden und seine WM-Form beeinträchtigen könnte, hat er nicht. „Ich soll Ion Izagirre in den Bergen unterstützen, muss aber nicht jeden Tag voll durchfahren“, erklärte Pernsteiner. Seine Topverfassung soll sich während der Vuelta einstellen. „Vielleicht bekomme ich auch die Chance, in eine Ausreißergruppe zu gehen.“

Der Tiroler Stefan Denifl hatte im Vorjahr eine Flucht zum ersten ÖRV-Sieg bei der Vuelta erfolgreich abgeschlossen. Dennoch erhielt sein Team Aqua Blue heuer keine Wild Card.

Für Brändle geht es neben der Unterstützung der Sprinter und des Berg-Spezialisten Bauke Mollema (vor den Klettertouren) auch darum, eine gute Form aufzubauen. Bei der EM im Zeitfahren hatte der WM-Kandidat in dieser Disziplin enttäuscht. Für das WM-Straßenrennen in Tirol kommt der Vorarlberger nicht infrage.

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