Unterhaltsam und gefinkelt: Cixin Lius Novelle „Weltenzerstörer“

Wien (APA) - Eine Macht aus dem All will die Erde ausbeuten und schließlich vernichten. Ausgerechnet Ameisen besiegeln das Ende unserer Zivi...

Wien (APA) - Eine Macht aus dem All will die Erde ausbeuten und schließlich vernichten. Ausgerechnet Ameisen besiegeln das Ende unserer Zivilisation - und retten sie dann doch in Cixin Lius Novelle „Weltenzerstörer“. Das im Heyne Verlag erschienen Büchlein verkürzt die Wartezeit auf die deutsche Ausgabe den letzten Teil der „Trisolaris-Trilogie“ des chinesischen Science-Fiction-Stars.

Der von Barack Obama gepriesene Bestseller-Autor lieferte auch diesmal eine unterhaltsame wie gefinkelte Geschichte ab. Auf nur knapp 70 Seiten beweist er Ideenreichtum und spielt dabei mit Genre-Motiven, setzt diese originell neu zusammen und schafft es, moralische Aspekte so ganz nebenbei einzubauen.

Man kann in die Story auch allerlei Sozialpolitisches interpretieren. Da werden etwa Menschen vom „Weltenzerstörer“ wie Schlachttiere gehalten. Bis zum 60. Lebensjahr verbringen diese ein sorgenfreies Dasein ohne Kriege, Hunger und Arbeit - dann werden sie zu Futter verarbeitet („Wir mögen unsere Leckerbissen gerne zäh“, sagt einer der Invasoren). Dagegen wollen sich manche Menschen erst gar nicht auflehnen.

Philosophie trifft auf Technologie, Action auf wunderschöne Sprache. Cixin Liu schreibt in der „Trisolaris-Trilogie“ (Teil drei, „Jenseits der Zeit“ erscheint im April 2019) sehr ausschweifend. Mit seinen Novellen zeigt er, dass er auch auf wenig Raum intensiv sein kann.

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(S E R V I C E - Cixin Liu: „Weltenzerstörer“, Aus dem Chinesischen von Marc Hermann, Heyne, 128 Seiten, 9,30 Euro)


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