Salzburg fehlte die Überzeugung und die Sauberkeit

Nach dem 0:0 in Belgrad schätzte Zlatko Junuzovic die Chancen auf den Play-off-Sieg weiter auf 50:50 ein. Der Mittelfeldspieler bangt aufgrund einer Oberschenkel-Blessur um seinen Einsatz im Rückspiel.

Salzburg-Goalie Cican Stankovic hielt mit einigen Glanzparaden die Null fest.
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Belgrad – Nach dem 0:0 im mageren Play-off-Hinspiel bei Roter Stern Belgrad lebt Red Bull Salzburgs Traum vom erstmaligen Einzug in die Champions League - für die Fans geht das Bangen aber weiter. Trainer Marco Rose zeigte sich nicht unzufrieden, vermisste gegen die defensiven Serben vor allem den letzten Nachdruck im Angriff: „In der einen oder anderen Aktionen hat die Überzeugung gefehlt.“

Im Rückspiel am kommenden Mittwoch muss vor eigenem - und wohl auch lautstarkem - serbischen Publikum ein Sieg her, um im elften Anlauf endlich die Gruppenphase zu erreichen. „50:50“ seien die Chancen weiterhin, erklärte Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic, der eine Oberschenkelblessur davontrug und um seinen Einsatz im Rückspiel bangen musste. Auch ihm gelang es nicht, an diesem Abend für Akzente zu sorgen. „Roter Stern hat sehr gut verteidigt, uns die Räume sehr eng gemacht. Wir sind nicht so in die gefährliche Zone gekommen, wie wir uns das vorgestellt haben“, meinte der Ex-ÖFB-Teamspieler. „Natürlich haben wir uns ein etwas besseres Ergebnis erhofft“, bestätigte Innenverteidiger Marin Pongracic.

Siebtes Spiel ohne Gegentor

Reinhold Yabo, der an der Seite von Munas Dabbur stürmte, stellte nach dem Geisterspiel (Rose: „Eine komische Atmosphäre mit einem atmosphärisch passendem 0:0“) vor rund 250 Zuschauern fest: „Wenn wir einmal durch waren, dann hat auch die Sauberkeit gefehlt, der letzte Pass oder der Abschluss.“ Rose war klar, dass seine Truppe nicht ihren besten Tag erwischt hatte. „Ich kenne meine Jungs, weiß, was sie vorne abfeuern können, deshalb weiß ich schon: Es hat die Überzeugung gefehlt, dem Gegner Probleme zu bereiten“, betonte der Deutsche. Hannes Wolf mutmaßte: „Wir waren vielleicht im Umschalten zu inkonsequent.“

Sportdirektor Christoph Freund versuchte, auch Positives zu sehen. „Es war kein beeindruckendes Spiel, aber wir haben in drei Quali-Partien kein Tor bekommen. Das sagt auch vieles aus“, meinte er im Hinblick auf das siebente von acht Saisonpflichtspielen ohne Gegentreffer. „Das gibt auch Selbstbewusstsein“, bekräftigte Yabo. Allerdings stand erstmals 2018/19 auch in der Offensive die Null.

Rose: „Wir müssen gewinnen“

Torhüter Cican Stankovic, der zwei gute Chancen der Serben nach Standardsituationen vereitelte (Yabo: „Sensationell“) und gegenüber Alexander Walke wohl auch im Rückspiel erste Wahl ist, gelobte für die Heimpartie Besserung: „Wir sind eine offensiv sehr starke Mannschaft, und das werden wir am Mittwoch zeigen.“ Davon war auch Rose überzeugt: „Wir müssen gewinnen, und wir wissen, dass wir dazu in der Lage sind.“

Roter-Stern-Coach Vladan Milojevic war dementsprechend „zufrieden“ mit seinem Team, das von etwa 4.000 in Stadionnähe postierten Fans angefeuert wurde. „Man darf nicht vergessen, dass Salzburg eine sehr gut Mannschaft ist, die fast das Europa-Leauge-Finale erreicht hat“, verwehrte er sich gegen Kritik an seiner defensiven Taktik. Sie machte es wohl erst möglich, dass die Fans des Meisterpokalgewinners 1991 zumindest eine Woche lang davon träumen dürfen, beim siebenten Versuch erstmals in die Champions-League-Gruppenphase einzuziehen. (APA)


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