Europas Leitbörsen tendieren am Vormittag überwiegend fester

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Börsen tendieren am späten Mittwochvormittag mehrheitlich höher. Im Fokus stehen heute vorwiegend...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Börsen tendieren am späten Mittwochvormittag mehrheitlich höher. Im Fokus stehen heute vorwiegend die Vorkommnisse in den Vereinigten Staaten: Während am Vorabend der Wall-Street-Index S&P 500 im Zuge des starken Wirtschaftswachstums in den USA ein Rekordhoch erreicht hatte, wurde die positive Stimmung an den Aktienmärkten von darauffolgenden politischen Meldungen getrübt.

Anleger erwarten zudem mit Spannung die beginnenden Verhandlungen zwischen den USA und China, sowie das ab Donnerstag stattfindende Notenbank-Treffen in Jackson Hole.

Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 11.20 Uhr mit plus 0,18 Prozent bei 3.417,71 Einheiten. Der DAX in Frankfurt gewann 0,32 Prozent auf 12.424,51 Punkte. In London zeigte sich der FTSE-100 mit minus 0,02 Prozent auf 7.564,09 Punkte.

Am Vorabend hatte der wichtige US-Index S&P 500 an der Wall Street ein Rekordhoch erreicht, was vor allem auf das starke Wachstum der US-Wirtschaft zurückzuführen ist. Kurz darauf dämpften politische Meldungen die Freude der Anleger: Donald Trumps langjähriger Anwalt Michael Cohen belastete den US-Präsidenten wegen mehrerer Verstöße gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung. Seine Aussage vor einem US-Gericht wurde so interpretiert, dass er dies im Auftrag von Trump getan hat.

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Der Vorfall müsste die Börsen aber nicht unbedingt negativ beeinflussen, so der Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Beschäftige sich Trump mehr mit innenpolitischen Dingen, sinke die Gefahr, dass sich der Handelsstreit verschärfe, so Cutkovic. Sollten die nun beginnenden Verhandlungen zwischen China und den USA erfolgreich sein, hätten die Aktien-Bullen wieder Grund zur Hoffnung.

Zudem zieht das Notenbanker-Treffen in Jackson Hole die Aufmerksamkeit auf sich, das am Donnerstag beginnt. Anleger erhofften sich davon neue Hinweise, wie die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) mögliche negative Auswirkungen des Handelsstreits einschätzt, wobei von einem Kurswechsel der Fed nicht auszugehen sei, sagte Thomas Altmann, Portfolio-Manager bei QC Partners. In Europa starteten die Börsen heute Vormittag etwas schwächer, zogen allerdings im Laufe des Vormittags wieder an.

Trotz des Rekordhochs an der Wall Street zeigten sich die europäischen Börsen am Vormittag zurückhaltend. Im DAX waren die zum Umtausch eingereichten Linde-Aktien mit minus 1,17 Prozent am Index-Ende. Der deutsche Industriegasehersteller hatte in der Nacht mitgeteilt, dass die umsatzbezogene Obergrenze für Veräußerungszusagen im Zuge der Fusion mit Praxair überschritten wird. Es seien Nachverhandlungen nötig. Aus Sicht eines Marktexperten bestätigt sich damit die jüngste Warnung der Konzerne.

An der DAX-Spitze konnten sich nach wie vor die Aktien von Bayer nach einem bisher erfreulichen Wochenverlauf mit plus 2,29 Prozent behaupten. In der Vorwoche waren diese im Zuge eines Schadenersatzurteils gegen die US-Tochter Monsanto um 16 Prozent abgesackt waren.

Der britische Telekommunikationskonzern (plus 0,33 Prozent) und sein Partner CK Hutchison erwägen, ihr verlustreiches Mobilfunkgeschäft in Australien mit der Sparte des lokalen Breitbandanbieters TPG Telecom zusammenzulegen. Es seien hierzu bereits erste Gespräche geführt worden, berichteten die Unternehmen. TPG sprach von einer „Fusion unter Gleichen“, erklärte aber, ein Abschluss sei keineswegs sicher.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA184 2018-08-22/11:31


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