Gedenken an Aretha: Madonna verteidigt selbstverliebte Rede

Eigentlich sollte es ein ganz besonderer Moment bei den MTV VMAs werden: In Gedenken an die verstorbene Aretha Franklin hält Madonna eine Rede. Doch die dreht sich vor allem um sie selbst. Dafür erntet die Pop-Diva viel Kritik. Nun stellt sie sich den Vorwürfen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Madonna mit ihrem Gedenken an einen schwarzen Künstler polarisiert.
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New York — Madonnas Rede zur der kürzlich gestorbenen Soulsängerin Aretha Franklin sollte wohl der krönende Abschluss der diesjährigen MTV Video Music Awards werden. Doch die Laudatio der Queen of Pop kam bei vielen Zuschauer gar nicht gut an - sie habe zu wenig über Franklin und zu viel über sich selbst gesprochen, hieß es. Nun hat Madonna auf die harsche Kritik reagiert.

MTV habe sie gebeten, bei der Gala in der Nacht zum Dienstag kurz einige Anekdoten vorzutragen, die sie mit Franklin verbinden — es sei nicht ihre Absicht gewesen, eine Hommage auf die „Queen of Soul" zu halten, schrieb die 60-Jährige auf Instagram. Außerdem habe sie Aretha dafür gedankt, sie inspiriert zu haben.

Weiße vs. schwarze Popkultur

Die Sängerin hatte für ihre Rede zunächst Applaus aus dem Publikum bekommen, erntete dann jedoch einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken. Für Unverständnis sorgte die Frage, weshalb mit Madonna ausgerechnet eine Künstlerin der verstorbenen Soul-Queen gedenken durfte, die als Verkörperung der weißen Popkultur gilt und sich über die Jahre viele von schwarzen Künstlern geprägte Trends angeeignet und kommerzialisiert hat. Zudem hätte die Würdigung zu viel Madonna und zu wenig Aretha Franklin enthalten, kritisierten viele Nutzer.

„Menschen urteilen so schnell"

Eine angemessene Würdigung Franklins sei innerhalb von zwei Minuten „mit all dem Lärm und Glitzer einer Preisverleihung" ohnehin nicht möglich gewesen, verteidigte sich Madonna daraufhin. „Ich hätte ihr in diesem Kontext oder dieser Umgebung niemals gerecht werden können", betonte sie weiter.

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Dass sich Madonna offenbar gehörig über ihre Kritiker ärgert, legt ihr Statement nahe: „Leider haben die meisten Menschen kurze Aufmerksamkeitsspannen und urteilen so schnell."

Es ist nicht das erste Mal, dass die Pop-Diva mit ihrem Gedenken an einen schwarzen Künstler polarisiert. 2016 sollte sie bei den Billboard Music Awards einen Tribute-Song für den kurz zuvor verstorbenen Prince singen. Für ihre Version von „Purple Rain" erntete sie damals Hohn und Spott. „Wer auf die Idee kam, dass Madonna das Prince-Tribute singen soll, gehört gefeuert", lautete damals ein Tweet. (TT.com)


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