Androsch wirft Industriellenvereinigung Untätigkeit bei Bildung vor

Alpbach (APA) - Der Initiator des Bildungsvolksbegehrens, Hannes Androsch, wirft der Industriellenvereinigung (IV) Untätigkeit in Sachen Bil...

Alpbach (APA) - Der Initiator des Bildungsvolksbegehrens, Hannes Androsch, wirft der Industriellenvereinigung (IV) Untätigkeit in Sachen Bildung vor. „Wir haben ausgemacht, Sie übernehmen mit dem Projekt ‚Neustart Schule‘ diese Initiative und wir unterstützen Sie, aber das ist eingeschlafen“, sagte Androsch am Mittwoch vor Journalisten im Vorfeld der Alpbacher Technologiegespräche zu IV-Präsident Georg Kapsch.

Das von ihm initiierte Bildungsvolksbegehren habe 2011 große Aufmerksamkeit, aber nur wenige Ergebnisse gebracht hat - und die seien wieder zurückgenommen worden. „Man kann nur sagen, wir haben eine Bildungsregression, etwa bei der vorschulischen Betreuung“, sagte Androsch. Schon vor Jahren sei die Rede von einem zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr gewesen, umgesetzt sei es aber immer noch nicht und die Mittel sogar gekürzt worden. Ohne Maßnahmen im Vorschulalter oder bei Ganztagsschulen „nützen Deutschklassen auch nichts, wenn die Kinder am Nachmittag bei der anatolischen Großmutter türkisch reden und türkisches Fernsehen konsumieren“.

Kapsch wies den Vorwurf der Untätigkeit zurück: „Wir beschäftigen uns mit dem Thema intensiv und das seit 20 Jahren, weil es uns ein großes Anliegen ist, nicht nur wirtschaftspolitisch, sondern auch gesellschaftspolitisch. Denn schlechte Bildung führt automatisch zu einer Gefährdung der Demokratie.“ Den Schwarzen Peter gab er der Politik, „wir haben uns bei der letzten Regierung nicht durchgesetzt und wir setzen uns bei dieser Regierung nicht durch.“

Bildungspolitik werde nicht sachlich angegangen, sondern hochpolitisch, egal von welcher Regierung. Er halte viel von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), nur arbeite der „unter einem ganz bestimmten Vorgaberegime, aus dem er nicht raus kann“. „Wenn Ganztagsschule und Gemeinsame Schule ein rotes Tuch für regierende Parteien ist, dann tun wir uns wahnsinnig schwer damit“, so Kapsch, der Androsch versicherte: „Wir lassen hier nicht locker.“

~ WEB http://www.iv-net.at/ ~ APA462 2018-08-22/18:53


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