Forum Alpbach - Forderung nach deutlich höherer Erasmus+-Dotierung

Alpbach (APA) - „Mindestens eine Verdreifachung“ der Dotation des Programms Erasmus+ wünscht sich die deutsche EU-Abgeordnete, Petra Kammere...

Alpbach (APA) - „Mindestens eine Verdreifachung“ der Dotation des Programms Erasmus+ wünscht sich die deutsche EU-Abgeordnete, Petra Kammerevert (SPD). Das erklärte sie am Dienstag Abend in Alpbach am Rande eines Treffens europäischer Bildungsagenturen. Auch beim für das Programm zuständigen Österreichische Austauschdienst (OeAD) zeigt man sich davon überzeugt, dass man diese Mittel „anbringen“ würde.

Auf Initiative des OeAD, der das Programm in Österreich abwickelt, tauschten sich im Vorfeld der morgen, Donnerstag beginnenden Alpbacher Technologiegespräche europäische Bildungsagenturen und politische Verantwortliche über die Zukunft des EU-Mobilitätsprogramms aus. Bisher haben rund neun Millionen Menschen auf diesem Weg einen Auslandsaufenthalt absolviert. In der laufenden Programmperiode (2014 bis 2020) gibt es dafür von der Europäischen Kommission mehr als 14,7 Mrd. Euro. Ziel ist es, insgesamt vier Millionen Menschen zu unterstützen.

Geht es nach dem Budget-Vorschlag der Europäischen Kommission für die nächste Programmperiode von 2021 bis 2027, dann soll der Gesamtetat auf rund 30 Mrd. Euro steigen. Durch diese Verdoppelung der Dotation soll sogar eine Verdreifachung der Programm-Teilnehmer auf zwölf Mio. erreicht werden, so der Plan. Kammerevert, die als Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung (CULT) des Europäischen Parlaments fungiert, führte jedoch ins Treffen, dass die vorgesehenen 30 Mrd. Euro inflationsbereinigt lediglich einem Plus von vier bis sechs Mrd. Euro gegenüber dem Vorgängerprogramm entsprächen. Der Vorschlag sei zwar „ordentlich“, jedoch eher eine „Evolution statt einer Revolution“, was nun vielerorts als Enttäuschung wahrgenommen werde, sagte Kammerevert.

Für OeAD-Geschäftsführer Stefan Zotti ist die Frage der zukünftigen Dotation seitens der Politik zu klären: „Wir würden mehr Mittel aber auch anbringen.“ Um die „großen Ziele“ bezüglich der Teilnehmerzahlen tatsächlich zu erreichen, „muss der Zugang zum Programm auf institutioneller einfacher und auf persönlicher Ebene inklusiver werden“, so Zotti, der Ersamus+ immer noch als „kompliziertes Programm“ bezeichnete, was die administrativen Anforderungen für viele Antragsteller betrifft.

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Überdies sollte stärker in den Vordergrund gerückt werden, dass das Programm nicht nur auf Studenten beschränkt ist, sondern auch Schülern, Lehrenden, Lehrlingen und Erwachsenen offen steht. Die Teilnehmer der Runde in Alpbach sprachen sich daher für eine Informationskampagne aus. Außerdem sollte der Verwaltungsaufwand für Schulen und Co zukünftig deutlich abnehmen, je geringer die beantragte Fördersumme ist, sagte Kammerevert.


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