Nach Demo gegen „Drachenlord“: YouTube-Kanal stillgelegt

Mehrere Hundert Menschen protestierten am Montag gegen den umstrittenen YouTuber.

(Symbolbild)
© pexels

Nürnberg – Zwei Tage nach einer Hass-Demo gegen den YouTuber „DrachenLord1510“ im mittelfränkischen Emskirchen sind die umstrittenen Videos von dessen Plattform verschwunden. Auf der Seite des YouTubers hieß es am Mittwoch, dass der Kanal auf unbestimmte Zeit pausiere. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Wieso die Seite stillgelegt wurde, war zunächst nicht bekannt.

Der Mann wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Rund 3,5 Millionen Mal wurden seine Videos geklickt, wie es auf der Internetseite hieß.

Zwischen dem YouTuber, der unter dem Namen „Drachenlord1510“ seit mehreren Jahren Videos über sein Leben veröffentlicht, und seinen Gegnern gibt es immer wieder Streit. Er provozierte in den Clips mit zum Teil extremen Ansichten. Kopien davon kursieren weiter in Netz. In den sozialen Medien hatten meist anonyme Nutzer zu der Veranstaltung gegen den YouTuber aufgerufen, der seine Adresse im Netz selbst veröffentlicht hatte.

Mehrere Hundert Menschen protestierten trotz Verbot

Trotz eines Versammlungsverbots des zuständigen Landratsamts Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim waren am Montag mehrere Hundert Menschen zu der Hass-Demo gegen den Mann in den 50-Einwohner-Ort gekommen. Im Laufe des Monats hatten sich laut Polizei zwischen 600 und 800 Menschen in dem kleinen Ort aufgehalten - meist seien es jüngere Leute gewesen.

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In den Aufrufen im Netz wurde unter anderem ein „Kampf epischen Ausmaßes“ angekündigt, ein Nutzer forderte andere sogar zum Mord an dem YouTuber auf. Wie Rainer Kahler vom Landratsamt sagte, kamen einige der Demonstranten laut den Auto-Kennzeichen sogar aus Wien, Hamburg und Sachsen.

Das Rathaus wollte sich zum YouTuber und dessen stillgelegtem Kanal nicht äußern und verwies auf das Landratsamt. Dort hieß es, man müsse beobachten, wie es weitergehe. „Aber alles, was zu einem Ende der ganzen Umstände führt, ist grundsätzlich positiv.“ (APA/dpa)


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