Seehofer will gesellschaftliche Debatte über Religion

Berlin (APA/AFP) - Der deutsche Innenminister und CSU-Chef Horst Seehofer will infolge der Migration nach Deutschland eine Debatte über die ...

Berlin (APA/AFP) - Der deutsche Innenminister und CSU-Chef Horst Seehofer will infolge der Migration nach Deutschland eine Debatte über die Rolle der Religion und ihr Verhältnis zum Staat anstoßen. Seehofer kündigte in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Die Welt“ (Donnerstagsausgabe) an, mit „allen in Deutschland relevanten religiösen Gemeinschaften“ das Gespräch suchen zu wollen.

„Die Zuwanderung von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsstaaten, mit unterschiedlicher religiöser und kultureller Prägung, hat zu erheblichen Herausforderungen geführt, die auch das Verhältnis zwischen Religion und Staat betreffen“, schrieb der Innenminister.

Die Religionsfreiheit entbinde niemanden von der Achtung der Verfassung. „Andererseits gilt aber auch, dass Religionsgemeinschaften selbstverständlich aufgrund ihres Öffentlichkeitsanspruchs das Recht haben, sich in ethischen und gesellschaftspolitischen Fragen zu äußern und sich auch entsprechend zu engagieren.“ Dies gelte für alle Glaubensgemeinschaften gleichermaßen und „nach den verfassungsrechtlich verankerten Grundsätzen von Neutralität und Parität selbstverständlich nicht nur für die christlichen Kirchen“.

Seehofer appellierte in seinem Beitrag: „Werden wir uns also unserer kulturellen und religiösen Wurzeln bewusst und vertreten diese mit gesundem Selbstbewusstsein, zugleich aber auch mit Respekt vor den anderen religiösen und weltanschaulichen Auffassungen.“

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