Australiens Premier in eigener Partei immer mehr unter Druck

Der Premier verliert deutlich an Rückhalt: Drei prominente Minister aus seinem Kabinett erklärten am Donnerstag ihren Rücktritt, darunter der einflussreiche Finanzminister Mathias Cormann.

Der ehemalige australische Premier Malcolm Turnbull hatte auf sein Mandat verzichtet und damit die Neuwahlen ausgelöst.
© Reuters

Canberra – Australiens Premierminister Malcolm Turnbull gerät im internen Machtkampf seiner Liberalen Partei immer mehr unter Druck. Drei prominente Minister aus seinem Kabinett erklärten am Donnerstag ihren Rücktritt, darunter der einflussreiche Finanzminister Mathias Cormann. Damit verlor der Premier, der das Land seit knapp drei Jahren regiert, weiter an Rückhalt. Inzwischen wird offen über seinen Rücktritt oder Neuwahlen spekuliert. Normalerweise stehen in Australien bis Mai 2019 Wahlen an.

Erst am Dienstag hatte Turnbull in der eigenen Fraktion eine Kampfabstimmung gegen seinen bisherigen Innenminister Peter Dutton gewonnen. Der 47-Jährige hat selbst Ambitionen auf das höchste Regierungsamt. Trotz des vorläufigen Erfolgs gegen seinen parteiinternen Gegner ist Turnbull jedoch geschwächt.

Insbesondere der Rücktritt seines Finanzministers bedeutet für den Regierungschef nun einen zusätzlichen schweren Schlag. Laut Cormann, der aus einer Familie mit deutschen Wurzeln kommt, hat Turnbull nicht mehr die Unterstützung der Mehrheit seiner Fraktion. Ziel müsse nun ein „ordentlicher Übergang zu einem neuen Parteichef“ sein. (dpa)

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